Von leuchtenden Mäusen und träumenden Menschen
Roland Schimmelpfennig hat einmal gesagt, Theater sei «Faxenmacherei». Seitdem aber seine Stücke immer mehr die deutschen Bühnen bevölkern, geheimnissen die Bühnenkünstler, eifrig sekundiert vom erwartungsvollen Feuilleton, viel in die angeblich raunenden, nicht enträtselbaren, überdies naturgemäß postmodernen Texte hinein. Denn Schimmelpfennig ist in der Art, wie er seine Geschichten konstruiert, tatsächlich einer derjenigen, der das Konstruieren schlimmer treibt als jegliche Theaterpolizei es erlaubt.
Und kaum hat er als Mechanicus seine Tinguelysche Maschine gebaut, zerschlägt er sie mit dem Hammer, dekonstruiert sie also und ordnet die Splitter und Fetzen dann so, dass sie ein höchst bewusstes Vexierbild von Wirklichkeit abgeben.
Das ist tatsächlich ästhetisch und philosophisch höchst vergnügliche «Faxenmacherei», denn es entsteht ein bewusst komponierter Zufall, der dann natürlich gar keiner mehr ist, sondern vielmehr ein gewissermaßen ins Metaphysische gehobenes Gelächter über die Welt auslösen kann. So auch in der mittlerweile zu einiger Berühmtheit gelangten Geschichte vom silbernen Löffel in seinem Stück «Auf der Greifswalder Straße». Hier schlägt der sogenannte Zufall ...
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