Vierte Wand
Der Drache ist ziemlich schick. Und weiblich: Mit platinblondem Pagenschnitt und schwarzem Hosenanzug könnte er (Vanessa Bärtsch) ohne Weiteres auch Prada tragen. Er schnaubt an der E-Zigarette und muss vom vielen Vapen heftig hüsteln. Vanessa Bärtsch spielt neben der Drächin aus der Chefetage auch Mariechen, die gestiefelte Katerkatze, höchst akrobatisch und eben -falls fauchend, und dazu spielt sie noch hinreißend Gitarre auf einem Holzfass im Hof.
«Der Drache» in Bern ist open-air, und nicht nur das, sondern auch «Schauspiel mobil»: So nennt sich ein Format der Bühnen Bern, welches Theater aus dem Haus, aus der Stadt und zu den Leuten bringen will, eine Umarmung der Subventionszahler:innen – ihr müsst nicht immer herreisen, wir kommen zu euch. An die Vorstellungen in der Stadt Bern, unmittelbar vor dem Theatergebäude, soll sich eine Tournee querbeet durch den Kanton anschließen; die Idee ist, dass die Arbeit überall hinfahren kann, wo wenigstens 60 Personen Platz finden.
Erst mal sitzen wir zwischen Kübelpalmen im Hof der Theaterbeiz mit dem hübschen Namen «Vierte Wand». Was einen der Mitspieler zu der Beobachtung veranlasst, dass diese ja jetzt auch im Theaterinnern wieder ...
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Theater heute 10 2022
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Andreas Klaeui
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So viel Kontroverse wie in diesem Sommer gab’s bei Salzburger Festspielen schon lange nicht mehr. Doch diesmal war es keine radikale Inszenierung, die für hitzige Debatten sorgte; kein Theaterskandal, nirgends. Es war vielmehr die politische Haltung der Festspiele selbst, die in der Kritik stand. Umstritten war einerseits das Engagement des griechisch-russischen...
Die Singularität ist schon lange der richtig heiße Scheiß im dystopischen Science-Fiction und sämtlichen Diskussionen um Artifical Intelligence. Sie bezeichnet den Moment, in dem die Algorithmen ein eigenes Bewusstsein entwickeln und sich vom Menschen emanzipieren. Für den Menschen ist das meist eher schlecht, wie etwa die «Terminator»-Reihe oder «Matrix» gezeigt...
