Darmstadt: Heimatklänge
Um es klar zu sagen: Auch in Darmstadt sieht man nicht mehr Menschen als anderswo mit schäbigen Klamotten, deren Zittern ihre Getränke-Vorlieben verrät (eine Eigenschaft, von der der Datterich seinen Namen hat). Ich habe auch in Darmstadt noch nie gehört, dass jemand die einschlägigen Datterich-Sätze sagt: «Trinke Se, da komme Se uf annern Gedanke.» Oder, ganz zentral: «Ich wahß net, ich hab heit schon de ganze Daag so en vasteckte Dorscht.
»
Aber es gibt Menschen, die ernsthaft behaupten, dass es nirgendwo in Deutschland ein Lokal-Stück gäbe, das so eng mit seinem Ort verknüpft ist und ihn so sehr prägt wie «Der Datterich» von Ernst Elias Niebergall, Zeitgenosse Büchners, beide aus Darmstadt stammend, auch in Gießen in der gleichen Studentenverbindung. Niebergall vor Büchner, zumindest in Darmstadt. Büchner gehört der allgemeine Nachruhm, in Darmstadt aber ist Niebergalls «Datterich» die große Nummer: der Trinker und Schwadroneur ist der beliebteste Sohn der Stadt. Sympathisch, eigentlich. Gleichzeitig aber treiben die Gralshüter des Datterichtums ihr bierernstes Unwesen.
Ganz am Rande gibt auch ein paar ernsthafte Geister, Ernst Bloch, Georg Hensel, Alfred Kerr, die den ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Peter Michalzik
Die Autorentheatertage 2015 begannen mit einem überraschenden Frontalzusammenstoß. Der diesjährige Jurysprecher Peter Michalzik hatte eine kleine Eröffnungs-Brandrede vorbereitet mit 17 Thesen, die voller Behauptungsfreude und weitgehend begründungsfrei das Drama, das Theater, das Sprechen, das Performative, das Inszenieren und noch ein paar andere...
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Finanzratgeberlesern ist der Rabbi Isaac ben Aha natürlich bestens bekannt. Auf ihn geht einer der ältesten Anlagetipps überhaupt zurück, näm-lich die vor 1.600 Jahren im «Babylonischen Talmud» dokumentierte Drei-Speichen-Regel: Mit der Investition des Vermögens in «ein Drittel Land, ein Drittel Handelswaren und ein Drittel bar zur Hand» (heutzutage gern...
