Vergnügen statt Empörung

Victor Bodó inszeniert am Stuttgarter Schauspiel Brecht/Weills «Die Dreigroschenoper»

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Paradox: An der «Dreigroschenoper» störte Bertolt Brecht ihr überwältigender Publikumserfolg. Die Zuschauer:innen lieben bis heute Kurt Weills unmittelbar in den Hörsog ziehende Ohrwurm-Musik, Brechts pointierte, zum Teil ins deutsche Sprichwörtertum eingegangene Songtexte, die schrägen Figuren, kurz: die gute Unterhaltung eines vermeintlich bloß amüsanten Gangstermusicals.

Dabei wollte Brecht zum Denken anregen, die Empörung über eine Gesellschaft befeuern, in der Geld und Macht weit über der Moral stehen, und in der Armut und Ungerechtigkeit systematisch erzeugt und aufrechterhalten werden.

Die Rezeption als Unterhaltungsklassiker hat bis heute die Intention überwuchert. Das Gesellschafts- und Wirtschafts -kritische wird im Theater gerne in schmerzfreie Zeitlosigkeit überführt. Klar: «Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?» Aber wie bringt man diesen Theaterburner heute auf die Bühne, ohne dass die Texte zu Phrasen verkommen?

Volker Lösch hat die «Dreigroschenoper» 2023 in Dresden knallhart aktualisiert, als er sie ins rechte Milieu verlegte: mit Peachum als Spitzenkandidaten einer rechten Partei und Mackie Messer ...

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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Verena Großkreutz

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