«Vergessen Sie, dass ich aus Russland bin»
Gut möglich, dass die letzten von Intendant Markus Hinterhäuser verantworteten Wiener Festwochen auch die letzten ihrer Art waren. Unter Hinterhäusers Nachfolger Tomas Zierhofer-Kin dürfte das Festival einen etwas anderen Charakter bekommen. Dieser will neue Präsentationsformen, mehr Popmusik und Diskurs anbieten und damit ein breiteres Publikum ansprechen.
Die Festwochen sollten «eine Art Fleischwolf sein, ein Generator, in dem die Pop- und Massenkultur ebenso ihren Platz haben soll wie die Hochkultur», kündigte Zierhofer-Kin in einem Interview mit dem Magazin «Profil» an, und auch wenn solche Ansagen in der Praxis dann oft gar nicht so heiß gegessen werden, hört es sich so an, als könnte eines der größten Theaterfestivals Europas bald gar kein (reines) Theaterfestival mehr sein.
Vielleicht ist es ja wirklich an der Zeit, dass die Festwochen sich einmal etwas grundsätzlicher in Frage stellen. Im Großen und Ganzen blieb das Konzept des Festivals unverändert, seit Luc Bondy 2002 die Intendanz übernommen hatte: ein sechs Wochen langer Reigen aus zwei, drei großen Musiktheaterinszenierungen und zwei Dutzend Theaterproduktionen verschiedenster Dimension, Herkunft und Machart, von der ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Festivals, Seite 32
von Wolfgang Kralicek
Aachen, Grenzlandtheater
19.8. Reza, Der Gott des Gemetzels
R. Catharina Fillers
26.9. Steinbeck, Von Mäusen und Menschen
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
22.9. Kling, Die Känguru-Chroniken
R. Matthias Fuhrmeister
23.9. nach Haushofer, Die Wand
R. Paul-Georg Dittrich
Altenburg/Gera, TPT
23.9. Brecht/Dessau, Mutter Courage und ihre Kinder
R. Turgay Dogan
23.9....
Zum 13. Mal traf sich im Juni das Körber Studio Junge Regie im sonnigen Hof und den flexiblen Räumen des Thalia-Theater-Ablegers in der Gaußstraße. Das Bestentreffen der deutschsprachigen Regielehrgänge, nicht kuratiert, sondern entsandt von den Schulen selbst, erfindet sich Jahr für Jahr ein bisschen neu (mit Tischgesprächen, Workshops, internationalem Gast) und...
Oliver Frljic ist ein zorniger Mann. Der Intendant des kroatischen Nationaltheaters in Rijeka hat keine Scheu, auf dem Theater unpopuläre Positionen zu beziehen: In «Aleksandra Zec» zum Beispiel thematisiert er die im postjugoslawischen Kroatien schnell verdrängten Greueltaten an den Serben (hier: an einem 12-jährigen Mädchen und ihren Eltern); er kassiert für...
