«Vergessen Sie, dass ich aus Russland bin»
Gut möglich, dass die letzten von Intendant Markus Hinterhäuser verantworteten Wiener Festwochen auch die letzten ihrer Art waren. Unter Hinterhäusers Nachfolger Tomas Zierhofer-Kin dürfte das Festival einen etwas anderen Charakter bekommen. Dieser will neue Präsentationsformen, mehr Popmusik und Diskurs anbieten und damit ein breiteres Publikum ansprechen.
Die Festwochen sollten «eine Art Fleischwolf sein, ein Generator, in dem die Pop- und Massenkultur ebenso ihren Platz haben soll wie die Hochkultur», kündigte Zierhofer-Kin in einem Interview mit dem Magazin «Profil» an, und auch wenn solche Ansagen in der Praxis dann oft gar nicht so heiß gegessen werden, hört es sich so an, als könnte eines der größten Theaterfestivals Europas bald gar kein (reines) Theaterfestival mehr sein.
Vielleicht ist es ja wirklich an der Zeit, dass die Festwochen sich einmal etwas grundsätzlicher in Frage stellen. Im Großen und Ganzen blieb das Konzept des Festivals unverändert, seit Luc Bondy 2002 die Intendanz übernommen hatte: ein sechs Wochen langer Reigen aus zwei, drei großen Musiktheaterinszenierungen und zwei Dutzend Theaterproduktionen verschiedenster Dimension, Herkunft und Machart, von der ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Festivals, Seite 32
von Wolfgang Kralicek
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