Unter Denkmalschutz
So viel Ende war selten. Der Untergang, der 1914 über Europa kam, inspiriert hundert Jahre später aktive und theoretisierende Kunstschaffende wie schon lange nichts mehr. Und deren Auseinandersetzung mit dem Morden im ersten großen Krieg, dem Zerfall, der Neuordnung und vor allem mit den Grundlagen, die gelegt wurden für die zweite größere Katastrophe des 20. Jahrhunderts, beginnt erst.
«Die letzten Tage der Menschheit», rief der Österreicher Karl Kraus aus (dem dann logischerweise zu Hitler nichts mehr einfiel) und spottete in seinem als unspielbar geltendem Monumentalstück über die Detonation von Zeit und Moral, den Abschied von Vernunft und all den Werten, die im Morast der Schlachtfelder zertrampelt wurden.
Für die Wiener Festwochen tat es der Schweizer Bühnen-Entschleuniger Christoph Marthaler eine Nummer kleiner und nannte seinen «Vorabend» schlicht nur «Letzte Tage». Dafür hatte er sich einen Ort gesucht, der geschichtsträchtiger nicht sein könnte: den historischen Sitzungssaal des altehrwürdigen Parlaments an der Ringstraße, in dem sich die Vertreter der österreichischen Reichshälfte der österreichisch-ungarischen Monarchie seinerzeit die Köpfe mit Argumenten einschlugen ...
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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Festivals, Seite 12
von Bernd Noack
Der Mann kommt hier nicht mehr lebendig raus – das Bühnenbild von Beate Zoff lässt da keinen Zweifel. Mächtige graue Steinwände ragen drohend im hinteren Teil der Bühne empor und zeigen so, dass der Titelheld des Stückes «Der Kaufmann von Stuttgart» schon zu Beginn des Abends ein Gefangener ist. Der Bühnenboden ist ein großer Davidstern, der auf die jüdische...
Aachen, Grenzlandtheater
18.8. Goethe, Wahlverwandtschaften
R. Jens Pesel
26.9. Higgins, Harold und Maude
R. N.N.
Aachen, Theater
19.9. Daisey, Agonie und Ekstase des Steve Jobs
R. Jens Dierkes
20.9. Woolf, Orlando
R. Paul Georg Dittrich
22.9. Shakespeare, Hamlet
R. Christina Rast
Aalen, Theater der Stadt
28.9. Riml, Der Junge auf dem Baum (DE)
R. Winfried Tobias
28.9. Hornby,...
Glücklich ist Schiller vor mehr als 200 Jahren in Mannheim nicht gewesen. «Mannheim ist schlechterdings keine Atmosphäre für mich», schrieb er an einen Freund, nachdem Nationaltheater-Intendant Dalberg dem 1782 aus Württemberg Vertriebenen die
Unterstützung verweigert hatte. Tempi passati. Heute hat man Schiller in Mannheim so lieb, dass er so etwas wie der...
