Überstehen ist alles
Für potenzielle Helden ist das Leben ja ziemlich langweilig in unseren Breiten. Kriegszüge kommen seit 60 Jahren nicht mehr in Frage, die Katastrophe trägt den Vornamen Klima und lässt sich noch gut verdrängen, der Sonnenkollektor auf dem Dach ersetzt den Feldzug. Die Sehnsucht nach dem Heldentum, dem Abenteuer in Gefahren, die letzte Kräfte in Anspruch nehmen, darf sich im Dschungelcamp austoben. Im Spiel ein zweites Leben führen, das gar nicht weh tut, dafür gibt es die Identifikationsmaschine Kino und viel länger schon das Theater.
Seit neuerem aber auch das Internet, zum Beispiel, schwer gehyped, die virtuelle Welt des «Second Life», in dem sich das brave Alltags-Ich als Superman und Sexbombe betätigen kann. Was passiert wohl, wenn man die beiden Spiel-Welten zusammenbringt (und ganz nebenbei vom Hype noch profitiert)?
Das zweite Leben in Helgeland
Viel weniger, als gedacht. Und viel mehr. Roger Vontobel setzt das vollmundig als «Mixed World Production» angekündigte Experiment im Malersaal des Hamburger Schauspielhauses mit einem frühen Ibsen ins Werk. Eine Riesenleinwand schließt die Bühne von Claudia Rohner ab: der Super-Bildschirm, bigger than life. Davor stellt nüchternes ...
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Franz Wille Zahlen zuerst. Die Qualität einer Theatertreffen-Jury wird ja von manchen Leuten daran gemessen, wie viele Inszenierungen sie gesehen hat. Wie viele Abende haben Sie denn im letzten Jahr im Theater verbracht?
Jürgen Berger Ich bin auf nahezu 120 Abende gekommen. Da es bei mir nicht genau zwölf Monate waren, sondern nur zehn, hat es Wochen gegeben, in...
Anfang Januar füllte sich das Londoner Young Vic Theatre für eine stürmische Matinee: 600 wutschnaubende britische Theatermacher drängten sich ins Auditorium. Die Schauspielergewerkschaft Equity hatte Peter Hewitt, den scheidenden Vorstand des Arts Council England (ACE), zur Diskussion gebeten. Denn es gab Redebedarf: Am 12. Dezember hatte die zentrale englische...
