Theater heute: Die Kritiker:innen

Die Qualität von «Theater heute» ist die Qualität ihrer aktuellen Kritiker:innen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Und da niemand sie so gut kennt wie sie sich selbst, stellen sie sich hier vor. Biografische Eckpunkte, der Weg zum Beruf, ästhetische Positionen, ein entscheidendes Theatererlebnis – alles ist möglich, was der Selbstvorstellung hilft

Theater heute - Logo

Sondervermögen
Was tun, wenn man nichts kann außer lesen und schreiben? Deutschlehrer wäre eine Möglichkeit gewesen, hätte sich nicht schon früh im Germanistikstudium die Erkenntnis eingestellt, dass ich nie so gut sein würde wie der, den ich in der gymnasialen Ober -stufe genießen durfte.

Was folgte, erscheint aus heutiger Sicht folgerichtig: Schon während des Hauptstudiums erste Theaterkritiken für die Heidelberger Wochenzeitung «Communale», angeregt durch Theaterkünstler:innen wie Johann Kresnik, Jossi Wieler, Anna Viebrock und Herbert Fritsch am Heidelberger Theater. Die Jahre als Hochschul- und Feuilleton-Redakteur der «Communale» waren ein prima Fitnessraum für jenen Muskel der heiteren Selbstausbeutung, den du auf jeden Fall trainiert haben solltest, falls irgendwann das Telefon klingelt und eine Stimme die Frage stellt: «Wie wäre es mit einer Kritik zu Castorfs ‹Ajas›- und Wielers ‹Ivanov›-Inszenierung in Basel?» Das war einige Tage vor dem Mauerfall und in der zweiten Spielzeit von Frank Baumbauers Intendanz. Auftraggeber war die Berliner «taz». Die nächsten Anrufe kamen aus der Redaktion von «Theater heute» und der «Süddeutschen Zeitung», während ich gleichzeitig für ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2023
Rubrik: Theater heute 750, Seite 71
von

Weitere Beiträge
Gute Zeiten, schlechte Zeiten

So schlecht können die Zeiten gar nicht sein, gekokst wird immer. Kasimir hat zwar gerade seinen Job als Chauffeur verloren, aber wozu kennt er einen kleinkriminellen Dealer? Karoline möchte sich gesellschaftlich hocharbeiten, das weiße Pulver gehört zum Aufstieg ja quasi dazu. Seltsam eigentlich, dass noch niemand das Oktoberfest von seiner Drogenseite her...

«Ich möchte nichts richtig machen müssen»

Was für eine Energie, die von der Bühne herab knistert, glitzert, gluckst und giggelt – und dann plötzlich explodiert, aus einer schroffen Tiefe heraus, die man zuerst gar nicht verorten kann in der schmalen Person da oben in der Mitte mit hellwachen Augen und leicht spöttischen Mundwinkeln. Noch sitzen sie zu fünft am Lesetisch und kabbeln sich über ihre...

Fortsetzung folgte

Jetzt hat der Pilz das Wort. Weil ihm und dem verzweigten Mycel-Netz, auf und von dem er lebt, in jüngeren Forschungen zum «Wood Wide Web», zum weltumspannenden Netzwerk der Bäume also, die Fähigkeit zugesprochen wird (manchmal allerdings auch gleich wieder abgesprochen), eine Art Kommunikation herzustellen von Baum zu Baum. Auf der Bühne vom Schauspielhaus in...