#Theater der Vorahmung
Nach jahrhundertealter Ausbeutung von Mensch und Natur werden Utopien, die sich im 21. Jahrhundert zu nichts Geringerem als zur Rettung von Mutter Erde aufschwingen, zum ersten Mal die gegensätzlichsten Gründe aufführen. Der Mensch ist ein Egoist, und er denkt an sein eigenes Wohl. Ja. Der Mensch ist kooperativ und nur darin menschlich, dass er sich ein Gemeinwesen einrichtet, das jedem einzelnen Individuum Respekt schuldet. Ja. Der Mensch braucht für seinen Stoffwechsel mit der Natur nun mal Natur. Nochmals ja.
Der Vorteil ist, dass der Zeitgenosse ungerne noch etwas mit Ideologie zu schaffen haben will (und schon gar nicht mit Ideologiekritik) und sich davon aus den verschiedensten Gründen angezogen fühlt. Der Nachteil, dass es ihm an gemeinsamen Begriffen, Handlungsweisen und Handlungsanweisungen mangelt. Da gilt es, sich in der Kunst, im Theater, vom letzten Glied der Bilder- und Bedeutungsverwertungskette nach vorne zu arbeiten. Wie klingt die Utopie heute? Hinterlassen diese Bilder Spuren auf der Netzhaut? Welche Worte bleiben auf der Zunge liegen, zergehen, ohne schal zu werden?
Gegen die alten und neuen Verteidiger von Höher- oder Mehrwertigkeit qua Geburt, Geschlecht, ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 170
von Kevin Rittberger
Die neuen Stücke des nächsten Jahres, empfohlen von den professionellen Stücke-Lesern und -Anwälten des deutschsprachigen Stadt- und Literaturtheaters.
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