Theater aus der zweiten Reihe

Der Nürnberger Schauspieler Andreas Uhse verändert sich

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Halb elf am Nürnberger Hauptbahnhof hatten wir ausgemacht. Der Schauspieler Andreas Uhse steht vor dem «Info-Center», und von weitem meint man, diese Haltung zu kennen: ein wenig verloren und irgendwie fehl am Platz, allein unter Unzähligen. Der kahle Schädel zuckt immer mal ruckartig wie der Kopf eines aufmerksamen Vogels, die spitze Nase sticht in die Luft, die Ohren wie aufgestellt, die Augen gehen flink und suchen nach einem Halt. Und bei all dem erscheint dieser gleichzeitg neugierig und schüchtern wirkende, schmale junge Mann da unnahbar, verschlossen, verloren.

Als ich ihn das letzte Mal so sah, auf einer ganz anderen Bühne, war er Franz Moor und hatte sich gerade nach allen Regeln des Fremd- und Selbstbetrugs die eigene Zukunft versaut, stand wie ein Haufen Elend, in trüben Gedanken die Welt nach einem Ausweg abtastend, und staunte nur noch stumm über die Ausmaße seiner Einsamkeit.
Und jetzt geht es doch wieder um Zukunft, aber die ist Wirk­lichkeit und offen. Er hat die Chancen genutzt, und wenn er nun einen Schlussstrich zieht, ist es ein Neuanfang. Nach sechs Jahren am Nürnberger Schauspielhaus macht sich Andreas Uhse gerade auf den Weg ans Ulmer Theater, wo er ab der ...

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Theater heute Juli 2006
Rubrik: Portrait, Seite 38
von Bernd Noack

Vergriffen
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