Teile und Ganze
Ab wann werden ein paar Ereignisse, die vielleicht zusammenhängen, zu einer Geschichte? Vielleicht sogar zu einer Lebensgeschichte? Ist ein Leben überhaupt eine Geschichte? Und wenn ja, wer schreibt sie? Das «Archiv des Unvollständigen» erzählt keine Geschichten, weil Archive nicht erzählen, sondern sammeln, wenn auch meistens unvollständig. Manchmal finden sich allerdings auch Erzählungen in Archiven, die ein bisschen nachhelfen, wo es dem Leben an Zusammenhang fehlt. Manchmal fügen sie auch nichts zusammen.
Am Anfang und am Ende des 90-minütigen «Sprachmusikabends» von Laura de Weck (Text) und Thom Luz (Musik) stehen kurze Texte über den amerikanischen Komponisten Charles Ives. Gleich zu Beginn sein Traum von seiner ewig unvollendeten Idee einer «Universe Symphonie» mit allem, was das Universum umfasst – ein heißer Kandidat für Unvollständigkeit. Am Ende dann seine Sterbeszene, während der in der Wohnung darüber ein «lautstarkes Fest» gefeiert wird. Dazwischen haben die Autoren Szenen-, Sprach- und Musikbruchstücke angehäuft, die sich zu einer unvollständigen Geschichte zusammenfügen könnten. Oder zu deren Archiv.
Lisa Maline Busse hat in die Exerzierhalle des Oldenburger ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Chronik: Oldenburg, Seite 60
von Franz Wille
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«Kabale und Liebe» ist eine sichere Bank für die Stadttheater. Infolge verunglückter Bildungsreformen werden die schulischen Theaterbesuche nämlich so bald nicht abreißen. Wäre da nicht die Krux mit der ständigen Neuauflage. Denn was lässt sich diesem landauf, landab gespielten Oberstufenstoff noch an Zeitgeist abringen?
Am Schauspiel Köln hat sich Simon Solberg...
Das Original hieß noch «Meine Bienen. Eine Schneise». In Nürnberg fehlen nun seltsamerweise die Insekten im Titel, summen einem dafür aber, noch bevor die Vorstellung beginnt, aus Lautsprechern fast ein wenig bedrohlich um die Ohren. Ansonsten hat Stefan Otteni das Werk des Österreichers Händl Klaus gegenüber der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 2012...
