Sprachspiel und Antiken-Mahl
Das Original hieß noch «Meine Bienen. Eine Schneise». In Nürnberg fehlen nun seltsamerweise die Insekten im Titel, summen einem dafür aber, noch bevor die Vorstellung beginnt, aus Lautsprechern fast ein wenig bedrohlich um die Ohren. Ansonsten hat Stefan Otteni das Werk des Österreichers Händl Klaus gegenüber der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 2012 auch noch dahingehend abgespeckt, dass er die musikalische Untermalung wegließ.
Dabei war es doch damals hauptsächlich die alle Stilgrenzen genüsslich übertretende Osttiroler Musicbanda «Franui», die gekonnt von dem etwas wirren Text ablenkte und den Abend so zu einem leidlich erträglichen kleinen Gesamtkunstwerk anwachsen ließ.
Otteni aber konzentriert sich allein auf die Vorlage aus Wörtern, der er freilich so viel Melodie abzugewinnen versucht, wie Händl Klaus es zulässt. Dass der musikalisch schreiben kann wie wenig andere, dabei aber gerne auch den Inhalt des Erzählten aus den Augen verliert, ist nicht neu. Im vorliegenden Bühnen-Fall soll es um Naturschutz im Einzelnen und Familienverwirrungen im Besonderen gehen (oder umgekehrt). Als Krimigeschichte getarnt, schickt der Autor vier Personen auf die Suche nach der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2014
Rubrik: Chronik: Nürnberg, Seite 60
von Bernd Noack
Eva Behrendt Yael, wir haben uns schon einmal beim Isradrama-Festival 2005 in Tel Aviv getroffen, dort wurde Ihr Stück «Plonter» aufgeführt, das dann in «Theater heute» abgedruckt wurde. Jetzt sind Sie Hausregisseurin hier am Gorki Theater ...
Yael Ronen Oh, dann verdanke ich Ihnen meine Karriere in Deutschland!
EB Na, na. Damals war auch Jens Hillje beim Festival,...
Die Berliner (Kultur-)Politik bot im Februar einen für Außenstehende seltsamen Anblick. Erst hatte eine Boulevardzeitung herausgefunden, dass das unversteuerte Schweizer Konto des Kulturstaatssekretärs André Schmitz 2012 bei einer Bankrazzia aufgeflogen war und der hohe Amtsträger das folgende staatsanwaltschaftliche Ermittlungs–verfahren seinem Regierenden...
Hätte Suhrkamp in den vergangenen 30 Jahren mehr Titel wie Isabel Allendes Debütroman «Das Geisterhaus» (1982) verlegt, wäre der Verlag heute wahrscheinlich nicht in der Krise. Der autobiografisch unterfütterte Familienroman war ein Weltbestseller. Erzählt wird die Geschichte Chiles von den 1920er Jahren bis zum Militärputsch 1973 durch General Pinochet; mit dem...
