Tanz den Rechtsruck
216 Millionen Menschen werden durch den Klimawandel laut einer Weltbank-Statistik von 2021 zur Flucht gezwungen werden. Kaum ernsthaft vorstellbar ist es, sie durch Grenzkontrollen, Zäune, Mauern oder Frontex-Boote aufhalten zu können – so die Grundannahme von Volker Löschs und Lothar Kittsteins neuester Bonner Arbeit «216 Millionen», die vor dem politischen Getöse dieser Tage seltsam ausgeblendet erscheint.
Vier dieser Geflüchteten erscheinen im Bad Godesberger Schauspielhaus auf einer leeren Bühne: Nadia und Kayci Feyzi aus Afghanistan und Iran, Pizzar Stanley Pierre aus Haiti, Sadou Sow aus Guinea. In nahezu perfektem Deutsch erzählen sie, allein oder chorisch, von überfluteten Feldern, Dürre, Hunger, durch Kolonialismus entstandenen Monokulturen, die sie auf Boote, in Zug-Toiletten, auf die ganze gefährliche Reise getrieben haben – obwohl man das als Asylgrund ja gar nicht nennen dürfe.
So weit, so tragisch, so bekannt, so 2015 – mag man sich als durchschnittlich weißer und schuldbewusster Mittelstands-Theaterbesucher sagen. Aber kann Europa wirklich die ganze klimabetroffene Erdhalbkugel aufnehmen? Was passiert dann mit westlichen Gesellschaften, Demokratie, Akzeptanz? Doch ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Dorothea Marcus
Theater heute Über der Berliner Kultur- und Theaterszene hängt seit Mitte des Jahres die dunkle Wolke massiver Etatkürzungen, wobei sich die regierende CDU/SPD-Koalition und vor allem Kultursenator Joe Chialo eher in diffusen Andeutungen ergehen. Nur noch einmal zum Stand der Information Mitte November: Was an konkreten Kürzungen ist den Berliner Theatern, darunter...
Ein sehr spezielles Welcome: Beim Eintritt in den Empfangsraum des Hauses am Waldsee, einem so renommierten wie abgelegenen Ausstellungshaus mit Park und Seezugang im waldigen Berlin-Zehlendorf, sitzt abgewandt von den Besucher:innen eine lebensgroße Teenager-Puppe auf einem Podest, das weißblonde Haar zurückgeworfen, den Blick auf einen zerknitterten Zettel in der...
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