Struktureller Rassismus
Die voraussehbaren Veränderungen in den ethnischen, politischen und ökonomischen Strukturen der deutschen Gesellschaft führen zu der Frage, in welcher Form Kunst und Kultur diese Ausdifferenzierungen widerspiegeln kann.
Wird die deutsche Kultur weiterhin dominiert sein von der weißen ethnischen Mehrheit? Und wird der deutsche Kanon weiterhin überwiegend aus Autoren und Werken bestehen, die für diese Werte stehen? Um den kleinbürgerlichen Verteidigern der «ewigen», «wahren» ästhetischen Werte zuvorzukommen, sei mit Antonio Gramsci kurz daran erinnert, dass es solche Werte per se nicht gibt, jenseits bestimmter historischer Kontexte, sozialer Räume und begleitender Machtstrukturen. Hegemonie beinhaltet die Dominanz eines ganz spezifischen Konsenses: Eine soziale Gruppe versucht, ihre Partikularinteressen als allgemeines gesellschaftliches Interesse zu behaupten.
Wie intensiv der Prozess der ethnischen Diversifizierung der deutschen Gesellschaft in nächster Zukunft auch werden mag, ich fürchte, dass die vorherrschende strukturelle Diskriminierung weiterhin existieren wird, um die soziale und kulturelle Dominanz derer zu bewahren, die sich nicht länger in der Position der Mehrheit ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (2), Seite 82
von Oliver Frljic
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