Stippvisite im Paradies
Theater heuteWir haben hier um den Tisch vier Theater- und Festivalleiter versammelt – aus Kolumbien, Russland, Pakistan und Südafrika. Sie haben 14 Tage lang auf Einladung des Goethe-Instituts die Aufführungen des diesjährigen Theatertreffens in Berlin sehen können. Wie erscheint die deutsche Theaterlandschaft dem fremden Blick? Welche Differenz nehmen Sie zum Theater in Ihren Ländern wahr? Adela Donadio, Sie leiten das Internationale Iberoamerikanische Festival in Bogota.
Was sind Ihre Eindrücke?
Adela DonadioDer größte Unterschied liegt zunächst einmal in der Finanzierung des Theaters. Bei uns in Kolumbien gibt es keine staatlichen oder städtischen Institutionen für Drama. Ich bin in der künstlerischen Leitung des Festivals von Bogota, arbeite aber auch für das Teatro Nacional, das keineswegs national ist, sondern eine private Organisation.
Alle, alle Theater sind privat, manche, wenige bekommen eine geringfügige Unterstützung. Ich führe auch Regie und unterrichte. Wir müssen alle viele verschiedene Dinge tun, um unser Geld zu verdienen und unser Theater in Gang zu halten. Kein Platz für Spezialisten.
Evgeniya ShermenevaIch bin seit 2001 Direktorin des «Festivals Europäisches ...
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Das Meer ist unergründlich und endlos weit, tosend, wild und unberechenbar: auch in Jon Fosses Theaterstück «Sommertag». Auf drei dominanten Prospekten hat Monika Gora (Bühne) es eingefangen, auf denen die Grenze zwischen Horizont und Himmelswolken verwischt. Im Vordergrund ein paar weiße Bretter in schiefer Bahn und ein blaugraues, wellengemustertes Sofa. Der...
Vorbemerkung
Ich kann mir kein geeigneteres Forum als dieses Bonner Festival vorstellen, um über alte und neue Blicke des Westens auf Indien nachzudenken. Schließlich begann Europa in Bonn, auch bekannt als Benares am Rhein, ein systematisches Wissen über Indien zu entwickeln. Und zur Biennale sind Hunderte von Indern nach Bonn gereist, um die Vielfalt und...
Das gibt es also: den geplanten Zufall. Nichts Beiläufigeres, Unangestrengteres, scheinbar Planloseres auf Erden und der Bühne als Ruedi Häusermanns stilles Geräuschetheater, Sinfonien aus Surren und Sirren, Gurren und Girren, Zirpen und Zupfen, als hätte sich ein freundlicher Tinnitus zum Weltgeräusch aufgeschwungen. Und doch liegt dem allen ein zweifellos...
