Stippvisite im Paradies
Theater heuteWir haben hier um den Tisch vier Theater- und Festivalleiter versammelt – aus Kolumbien, Russland, Pakistan und Südafrika. Sie haben 14 Tage lang auf Einladung des Goethe-Instituts die Aufführungen des diesjährigen Theatertreffens in Berlin sehen können. Wie erscheint die deutsche Theaterlandschaft dem fremden Blick? Welche Differenz nehmen Sie zum Theater in Ihren Ländern wahr? Adela Donadio, Sie leiten das Internationale Iberoamerikanische Festival in Bogota.
Was sind Ihre Eindrücke?
Adela DonadioDer größte Unterschied liegt zunächst einmal in der Finanzierung des Theaters. Bei uns in Kolumbien gibt es keine staatlichen oder städtischen Institutionen für Drama. Ich bin in der künstlerischen Leitung des Festivals von Bogota, arbeite aber auch für das Teatro Nacional, das keineswegs national ist, sondern eine private Organisation.
Alle, alle Theater sind privat, manche, wenige bekommen eine geringfügige Unterstützung. Ich führe auch Regie und unterrichte. Wir müssen alle viele verschiedene Dinge tun, um unser Geld zu verdienen und unser Theater in Gang zu halten. Kein Platz für Spezialisten.
Evgeniya ShermenevaIch bin seit 2001 Direktorin des «Festivals Europäisches ...
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Anfang Mai konnte man den Eindruck gewinnen, ein für alle Glaubensrichtungen zuständiger oberster Gott habe einen gewissen Hang zum Theater und für die Inszenierung eines seiner Dokudramen Israel als Bühne erwählt. Es ging natürlich nicht um Lessings Ringparabel, dafür aber im kleinen Städtchen Shafa-Amer um ein Pantomimefestival. Shafa-Amer liegt im Norden des...
Ich wollte unbedingt etwas mit dem Theater zu tun haben», sagt sie, und dass sie sich immer mal wieder frage, ob sie statt Theaterstücken nicht doch Romane schreiben soll. Mit dem Theater hat sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr zu tun, als sie in einem Züricher Jugendclub spielte und irgendwann zusammen mit Freunden auch kleine Theatertexte entwickelte. Jetzt,...
Halb elf am Nürnberger Hauptbahnhof hatten wir ausgemacht. Der Schauspieler Andreas Uhse steht vor dem «Info-Center», und von weitem meint man, diese Haltung zu kennen: ein wenig verloren und irgendwie fehl am Platz, allein unter Unzähligen. Der kahle Schädel zuckt immer mal ruckartig wie der Kopf eines aufmerksamen Vogels, die spitze Nase sticht in die Luft, die...
