Sterben wie Oskar Werner
Als Josef Hader bei der Premiere die Bühne betritt, wird er vom Publikum im Wiener Stadtsaal mit Ovationen empfangen. «Sie sind ein bissl aufgeregt, gell?», sagt Hader. «Sie müssen sich keine Sorgen machen, ich mach’ das schon, mit meiner Premierenroutine.» Das ist die erste Pointe des Abends. Denn alle im Saal wissen: Keiner hat so wenig Premierenroutine wie der österreichische Ausnahmekabarettist. Sein bis dahin letztes Programm, «Hader muss weg», kam im Dezember 2004 heraus.
In den beinahe 17 Jahren, die seither vergangen sind, war Hader zwar nie weg; er spielte Hauptrollen in zahlreichen Kino- und TV-Filmen, er schrieb und inszenierte seinen ersten eigenen Film («Wilde Maus») und war auch auf den Kabarettbühnen immer präsent – zuletzt allerdings nur noch mit Auszügen aus den alten Programmen («Hader spielt Hader»).
Dass es mit dem neuen Solo so lang gedauert hat, liegt vor allem daran, dass der Künstler sich die Latte selbst sehr hoch gelegt hatte. Der heute 59-jährige Hader war noch keine 30, als er in seinen Programmen bereits die Struktur eines Kabarettabends dekonstruierte und lustvoll mit den Trümmern spielte. Und schon 1994 gelang ihm mit «Privat» – in dem die eigene ...
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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Wolfgang Kralicek
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