Auf der Hochbrücke
Die Raschplatzhochstraße in Hannover liegt auf der B-Seite der Stadt und ist doch ein prominenter Ort. 1969 fertiggestellt, war sie Teil des Wiederaufbaukonzepts einer autogerechten Stadt. Seitdem gehört die mehrspurige Betonkonstruktion hinter dem Hauptbahnhof zum hochbelasteten Cityring. Als Fußgänger auf die Hochbrücke zu gelangen, ist nicht einfach. Es gibt keine Gehwege oder Treppen. Also muss man die langsam ansteigende Fahrbahn nehmen, bis man den höchsten Punkt des 410 Meter langen Bauwerks erreicht.
Oben angekommen blickt man auf Stein gewordene Hässlichkeit: auf graue Bürobauten, auf den VW-Turm, auf das Bredero-Hochhaus.
Beinahe, 2012, wäre die Raschplatzhochstraße abgerissen worden. Doch das Geld fehlte. Leider. Und zum Glück für das Festival «Theaterformen». Dieses hat die vollständige Sperrung der Straße für den Autoverkehr erwirkt – zumindest temporär. Als «Stadtlabor zu Klimagerechtigkeit» wurde hier das Festivalzentrum errichtet und damit höchste Medienaufmerksamkeit erlangt. «Gemeinsam mit dem Architekturkollektiv ‹endboss› haben wir gesagt, wir versuchen das Unmögliche und öffnen für 11 Tage diesen Ort, der nur für Autos gebaut ist, für alle Menschen in dieser ...
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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Festivals, Seite 36
von Katrin Ullmann
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