Standbein, Spielbein
Theater heute Das Theater hat sich verändert und fordert mehr Flexibilität von seinen Schauspielern. Einerseits in Richtung Performance und soziokulturelle Verantwortung, andererseits in Richtung Film und Fernsehen. Ulrich Matthes, entspricht das auch Ihrer Berufserfahrung? Hat sich überhaupt so viel verändert?
Ulrich Matthes Ich bin ja geradezu ein Paradepferdchen für das Gegenteil, den altmodischen Weg durch die Provinz, für den ich selbst immer wieder Werbung mache und den ich nach wie vor gesund finde. Ich hab hier in Berlin am Kleinen Theater am Südwestkorso angefangen.
Ich habe am Renaissance-Theater mit Maximilian Schell gespielt, in der Kudamm-Komödie mit Harald Juhnke. Dann hat mich der kürzlich verstorbene Joachim Fontheim nach Krefeld engagiert, und da hab ich anderthalb Jahre lang alles gespielt. Mit diesen schauspielerischen Muskeln konnte ich anschließend in Düsseldorf den Druck gut aushalten. Dann ging Günther Beelitz nach München, Dieter Dorn engagierte mich auf die andere Straßenseite, ich bekam ein Angebot von der Schaubühne und vom Burgtheater und entschied mich für die Schaubühne. Stüfchen für Stüfchen ging das, ganz klassisch. Was mich von vielen jungen ...
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Eine zwiespältige Einladung ist das, wenn sich Theaterleute in «Theater heute» über die Kritik und ihr Verhältnis zum Theater äußern sollen. Denn wer als zweiter zieht, zieht immer den Kürzeren. Kritiker zu kritisieren, die einen auch schon mal schlecht besprochen haben, kann schnell etwas Beleidigtes bekommen. Und «die» Kritik gibt es ja auch gar nicht. Und wäre...
Mal angenommen, Theater funktionierte wie Fernsehen, und die Kundschaft könnte sich durch den Abend zappen, hin und her zwischen Stück und Stück: vom Wissenschaftskrimi zum Melodram, vom Trauerspiel zur Klamotte, vom Kleine-Leute-wollen-hoch-hinaus-Drama direkt mitten mang die Bösewichter im Mafia- und Killer-Thriller. So ähnlich ist «Die Dummheit» konzipiert und...
Der Theatermacher
Einige aufregende Jahre lang hatten Münchens Theaterfreunde Grund, den Stockholmer Steuerfahndern dankbar zu sein. Im Februar 1976 floh der damals schon weltberühmte Schauspielregisseur und Filmschöpfer vor dem rabiaten schwedischen Fiskus nach Deutschland, zum Münchner Residenztheater. In seiner Heimat war er während einer Theaterprobe wegen...
