Sprengen ist eine Option

Das Projekt «Industriegebietskinder» vermisst den Strukturwandel an drei ehe­maligen Industriestandorten

Theater heute - Logo

Drei Theater, drei Städte, ein Thema, so lässt sich das Konzept von «Industrie­gebietskinder» zusammenfassen, dessen Ergebnisse im Mai in Halle präsentiert wurden. Das Kinder- und Jugendtheater Dortmund, das Thalia Theater Halle und das Theater Strahl aus Berlin haben im letzten Jahr begonnen, ihre jeweilige Industriegeschichte in verschiedenen Beteiligungsformaten für das Theater nutzbar zu machen.

Ob Kruppsche Industrieschmieden, Elektrowerke oder Chemiekombinate, in allen drei Gebieten stellt sich heute die Frage des Strukturwandels und damit die nach dem Maß des Bewahrens und den Möglichkeiten von Zukunft. Die Ergebnisse der drei Häuser wurden auf einem einwöchigen Festival in Halle gezeigt – themengerecht in einem alten Gasometer.

Den ersten Aufschlag machten die Gastgeber, die sich – nicht zum ersten Mal – das Phänomen Halle-Neustadt vornahmen, eins jener Vorzeigeplattenbaugebiete, mit denen die DDR nicht nur den neuen Menschen formen, sondern auch ihr Wohnungsproblem kostengünstig lösen wollte. Der Prototyp sozialistischen Wohnens gilt heute als sozialer Brennpunkt.

Katharina Brankatsch, die bei «Neu Statt Sterben» nicht nur Regie geführt hat, sondern auch für den Text ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juli 2015
Rubrik: Magazin: Jugentheater, Seite 59
von Torben Ibs

Weitere Beiträge
Inseln des Verstehens

Sie möchte mir ihr Kind schenken. Die Dame hat mich immer wieder im Treppenhaus getroffen, sagt sie, und sie scheint einen guten Eindruck von mir zu haben. «Ich kenne Sie», meint sie. «Sie haben so viel Liebe zu geben», sagt sie zu mir. «Und ich kann noch viele Kinder bekommen.»

Eine leichte Verschiebung in den Konventionen ergibt eine große Irritation: Ein klein...

Gequetschte Körper

Ungefähr zur Pause ist dann die Luft raus. Aus der mittelgroßen Hüpfburg, die einen Gutteil der Bühne im Kleinen Haus des Bremer Theaters einnimmt und nach 90 Minuten leise zischend in sich zusammensackt. Aber auch aus Anne Sophie Domenz’ Uraufführung von Thomas Melles «3000 Euro», die bis zu diesem Punkt einen ganz eigenen Blick auf die Vorlage hat und dann ein...

Der Schlauch tut’s auch

Vor zwei Jahren hat sie mit ihrem Debutstück «Von den Beinen zu kurz» auf Anhieb den Mül­heimer Dramatikerpreis gewonnen. Nun gab es nach dem ersten Erfolg von Katja Brunner eine weitere Uraufführung eines Stückes, dieses Mal inszeniert von der Regisseurin, die in Hannover für «Von den Beinen zu kurz» eine entrückte Bildwelt erfunden hat. Man denkt an diese...