Spielplatz der Untoten

Thirza Bruncken beerdigt furios eine Ausgrabung: Arnolt Bronnens «Geburt der Jugend» in Bremen

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Die Pubertät als Zeit der naturwüchsigen Rebellion ist hierzulande seit längerem eine aussterbende Lebensphase. Sage und schreibe 70 Prozent aller deutschen Jugendlichen wollen ihre Kinder haargenau so erziehen, wie sie selbst groß geworden sind, fand die 14. Shell-Jugendstudie 2002 heraus. Die Revolte ist, wenn sie überhaupt stattfindet, auf die Fußballplätze ausgelagert. Wenn der Nachwuchs an seinen netten, H&M-kompatiblen Eltern überhaupt etwas zu meckern habe, dann sei es der Umstand, dass die Altvorderen zu «schwammig» sind, keine Reibungsfläche bieten. Herrliche Zeiten.

Öde Zeiten. Wo keine Reibung ist, ist keine Wut, wo keine Wut ist, verkümmert die Kunst.

Das sah vor vierzig Jahren anders aus, als eine ganze Generation auf die Straßen ging, um ihre in Nazizeit verstrickte und im Wirtschaftswunder verfettete Elternschaft abzuservieren – die coolen Langweilereltern von heute. Und vor hundert Jahren war Jungsein offenbar ein Programm an sich. Im «sehr kalten Frühjahr» 1913 riss es einen 17-Jährigen namens Arnolt Bronnen früh morgens aus dem Bett, und wie im Rausch schrieb er sich seinen bebenden Zorn auf eine Normen wie Zwangsjacken setzende Gesellschaft von der Seele, in einem ...

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Theater heute Januar 2006
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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