Spanische Schizophrenie

Das spanische Theater in der Krise: sehr gut ausgebildete junge Theatermacher und ständige Budgetkürzungen seitens der öffentlichen Hand. Jetzt wird auch noch die Mehrwertsteuer erhöht. Doch es regt sich Protest

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Ein hochsommerlicher Mittwochabend in Barcelona. Die Temperaturen haben sich gerade so auf unter 30 Grad Celsius abgekühlt, und im Sala Beckett, einem kleinen Haus für zeitgenössisches Theater im alternativ geprägten Stadtteil Gràcia, steht «El Principi d’Arquimedes» (Das Archimedes-Prinzip) auf dem Programm, ein Stück des Nachwuchsautors Josep Maria Miró i Coromina.

Das Stück wurde mit dem wichtigsten spanischen Dramatikerpreis, dem Premi Born ausgezeichnet, und auch dieser Abend ist ausverkauft, obwohl es im Rahmen des gleichzeitig stattfindenden Festivals GREC den ganzen Juli über im Sala Beckett läuft – insgesamt 24 Vorstellungen in vier Wochen. Als Autor ist Josep Maria Miró i Coromina ein klassisches Gewächs des Sala Beckett, das sich als Zentrum für zeitgenössisches Theater versteht und eine aktive Autorenförderung betreibt. «Wir wollen die Autoren in Kontakt mit dem Publikum bringen», erläutert Toni Casares, Intendant des Hauses, das Konzept.

An den Wänden stehen viele Namen, die heute echte Größen des euro­päischen Theaters sind: Calixto Bieto hat hier inszeniert, Roland Schimmelpfennig war zu Gast. Doch auch wenn der Theaterbetrieb grade gut läuft, sieht Casares die ...

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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Ausland, Seite 44
von Torben Ibs

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