Soufflé gegen Spaßhunger
«Was ihr wollt» ist eine wunderbare Komödie, was schon daraus ersichtlich ist, dass das Stück mindestens fünf der allerbegehrtesten Rollen ever written enthält. Es ist aber auch ein Text wie ein Soufflé mit einer ausgeprägten Tendenz zum existenziellen Nihilismus, das im Backofen leicht einmal zusammenfallen kann. Angenommen, ein junger Zuschauer begegnete dem Stück im Essener Grillotheater zum ersten Mal, was bekäme er zu sehen? Auf jeden Fall eine muntere Show mit Musik.
Ein etwas rätselhaftes, aber nicht uninteressantes Bühnenbild von Patricia Talacko und Dirk Thiele, eine Art Sprungschanze ins Glück (oder in den Zuschauerraum). Witzige Kostüme (Meentje Nielsen), Männer im Rock und mit offener Weste und nackter Brust oder mit bedruckten T-Shirts oder mit langem schwarzem Zopf.
Und genau zehn ziemlich bizarre Figuren. Darunter einen Narren mit elend langen Beinen und ebenso langen fahlen Haaren (Günter Franzmeier), der aus purer Lebensfreude meist lustig drauf ist; und dessen junges Ebenbild, einen Herzog (Fritz Fenne), der aus Liebeskummer meist traurig drauf ist. Eine Gräfin (Therese Dörr), die genauso schwermütig gestimmt ist und demnach prima zu diesem verliebten Herzog passen ...
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Irgendwas stimmt nicht. Warum hat Katharina Schubert so kurze Haare? Es ist das einzige, was nicht passt. In ihrem neuen Film «Ob ihr wollt oder nicht», der im April ins Kino kommt, spielt Katharina Schubert eine krebskranke junge Frau. Sie ließ die Haare nicht freiwillig, im Gegenteil, doch Widerstand war zwecklos. Und plötzlich stimmte es doch: «Es war morgens...
Hier gibt’s keine Revolution. Als Lessing seine «Emilia Galotti» schrieb, überlegte er noch, ob er die Tötung der Tochter durch den Vater in einen Volksaufstand münden lassen sollte; der antike Historiker Livius hatte es so aufgeschrieben. Erst wollte Lessing die Politik ganz draußen lassen, dann schlich sie sich doch ins Stück hinein: Der Vater rettet die Ehre...
