Sammlerin guter Eigenschaften
Irgendwas stimmt nicht. Warum hat Katharina Schubert so kurze Haare? Es ist das einzige, was nicht passt. In ihrem neuen Film «Ob ihr wollt oder nicht», der im April ins Kino kommt, spielt Katharina Schubert eine krebskranke junge Frau. Sie ließ die Haare nicht freiwillig, im Gegenteil, doch Widerstand war zwecklos. Und plötzlich stimmte es doch: «Es war morgens fünf Uhr, ich lag in der Ostsee, ohne Haare, und dachte: Deswegen bin ich vielleicht Schauspielerin geworden.
»
Was Künstlerisches
Wie und warum sie Schauspielerin wurde? «Das muss man gar nicht erwähnen, das ist wie überall.» Wie überall heißt bei Katharina Schubert: gutbürgerliche Familie in Braunschweig, ein älterer Bruder, zwei jüngere Schwestern. Sie geht zur Waldorfschule, da wird musisch erzogen. «Für mich war es keine Frage, dass ich was Künstlerisches werde.» Als Kind erst Geigerin, dann doch lieber Tänzerin.
Stattdessen fuhr sie mir siebzehn nach Wien zur Schauspielprüfung am Max-Reinhardt-Seminar. «Mit Lockerheit und einer gewisse Naivität. Ich dachte: Meine erste Schauspielprüfung, die bestehe ich sowieso nicht.» Wie hat sie ihre Vorsprech-Rollen ausgesucht? Ganz einfach, sie sah nach, was sie so Zuhause ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man war ja schon einiges gewohnt. Mit Boris Sieverts hatte man bei Schneefall den unwirtlichen Kölner Norden durchwandert. In einer Open-Air-Performance von «Der Bus» war man durch Wälder und Tümpel unweit des Kraftwerks Goldenberg gestreift, als auch der zweite Vlies-Pullover nichts mehr gegen die klirrende Kälte auszurichten vermochte. Dann aber hockte man mit...
Aus dem kleinen Heiner (Müller), hier 1935 anlässlich der Einschulung vor dem Haus der Großeltern im sächsischen Bräunsdorf, ist nicht nur einer der wichtigsten Schriftsteller und Dramatiker deutscher Sprache geworden, sondern auch ein talentierter Prophet mit Kassandra-Ehrgeiz: «Man muss sich um antikapitalistische Alternativen keine Sorgen machen, weil der...
Christoph Schlingensief kommt nach wie vor gern auf die Bühne. Vor der dritten Aufführung des «Zwischenstands der Dinge» hält er vor den rund 70 Zuschauern, die in das kleine Gorki Studio passen, eine schnelle, atemlose Ansprache. Er berichtet von «einem neuen Zwischenstand», der «scheiße» aussähe, philosophiert über Kritiker, die verwirrt konstatiert haben, dass...
