Solidarität und Schrecken
Eines der Elemente, mit denen Sonja Anders, seit Saisonbeginn Intendantin am Hamburger Thalia Theater, gesellschaftliche Relevanz herstellen möchte, ist die subversive Kraft der Sexualität: die Idee, dass in Körper und Sex eine potenziell zerstörerische Gewalt steckt, die im Zweifel Ideologien zu überstrahlen in der Lage ist. Ausbaufähig zeigte sich dieser Ansatz noch bei der Eröffnungsinszenierung, Anne Lenks Shakespeare-Verjuxung «Was ihr wollt». Schon konsequenter erwies sich Ran Chai Barzvis «Frommer Tanz» in der Nebenspielstätte Gaußstraße.
Und den dritten Zugriff auf das Thema verantwortet Altmeister Sebastian Hartmann, mit seiner Dramatisierung von Choderlos de Laclos’ Briefroman «Gefährliche Liebschaften».
Dabei hat Hartmann die bislang ästhetisch überzeugendste Arbeit der jungen Intendanz geschaffen, womöglich ist «Gefährliche Liebschaften» aber noch mehr: eine dunkle Antwort auf Anne Lenks Lustexplosion mit Shakespeare, eine Antwort, die Sexualität ernstnimmt, als Motivation zur Befreiung und als Last, als systemzerstörend und systemstabilisierend. Und in dieser Vielgestaltigkeit eben auch fürs Theater von großem Reiz. Womöglich haben Hartmann und Lenk hier zwei Seiten ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Falk Schreiber
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
31. Hübner und Nemitz, Frauensache
R. Martin Schulze
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHES THEATER
17. McArthur nach Austen, Stolz und Vorurteil* (*oder so)
R. Barbara Schöne
25. Süß nach Geisler, Der Katalytofen
R. Reinhardt Friese
ALTENBURG/GERA, THEATER
9. Kressin, Rhythm Is a Dancer (U)
R. Manuel Kressin
BADEN-BADEN, THEATER
30. Pommerat,...
Ein berückend-bedrückendes Generationenporträt der Millennials nannte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» den Roman der gebürtigen Cottbusserin Ruth-Maria Thomas. Nun durfte Regisseurin Sarah Kohm den Text, der im letzten Jahr auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, zum ersten Mal am Geburtsort der Autorin auf die Bühne bringen. Es handelt sich um die...
Liebe Leser:innen,
nachdem uns immer mehr Beschwerden erreicht haben, dass unsere schönen überformatigen Hefte nicht in die kleinlich normierten deutschen Briefkastenschlitze passen und von lieblosen Bot:innen böse gefaltet und geknittert werden, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unser Format anzupassen. Nach minutiöser Millimeterarbeit unseres Grafikers...
