So much Geschlechtertrouble!
In einer der nettesten Szenen des Films sind der Held und die Heldin aufs Land geflohen, versuchen dort im milchigen Gegenlicht Sex zu haben – und taumeln dabei von Leidenschaftsanfall zu Lachattacke. Wer spielt den Mann und wer die Frau? Das schöne Pärchen konkurriert nicht nur erbittert um große Bühnenrollen, sondern begehrt auch zwischen weißen Cottage-Laken dasselbe Geschlecht: Der Londoner Theaterstar Kynaston (Billy Cudrup), der hier von seiner strahlenden Garderobiere Maria (Claire Danes) verführt wird, ist professionell eine Dame und eigentlich schwul.
Gendertrouble in Shakespeare-Land, das ist, auf Shakespeares Komödien bezogen, ein alter Hut. Dass die Frauenrollen im elisabethanischen Theater von Männern gespielt wurden, doppelte reizvoll die Bühnenstoff-Verhältnisse. Richard Eyres Historienschinken «Stage Beauty» setzt dort ein, wo in den Londoner Globes das Männermonopol fällt. Jetzt wittert die unerfahrene Maria ihre große Chance – und die erfolgsverwöhnte Diva Kynaston eine Katastrophe. Persönlich, aber auch ästhetisch: «Das ist keine Kunst, wenn Frauen Frauen spielen!»
Wie es der kleinen Garderobiere gelingt, den großen Desdemona-Darsteller zu ihrem Lehrer und ...
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Ekkehard Schall, der fünfundsiebzigjährig in Buckow bei Berlin starb, hat während der gut 40 Jahre (1952–1995), die er am Berliner Ensemble verbrachte, viele große Brecht-Rollen gespielt: den tollkopfigen Sohn Eilif der Mutter Courage (auch im Film von 1958), den Gangster Ui, der aus der brütenden Verklemmtheit durch fanatisierende Autosuggestion sich ins...
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