Showtime
Kein Stargast in Sicht? Davon lässt sich Ros-tock doch die gute Laune nicht vermiesen! Dass die amtierenden Eiskönige, die Weltmeis-ter und Olympia-Sieger Aljona Savchenko und Bruno Massot, nur auf Plakaten prangen – geschenkt. Weil der Trainer des Traumpaars einem Herzinfarkt erlag, kurz bevor «Showtime» vom Stapel lief, fällt der Auftritt flach. Bis auf Weiteres muss die Jubiläumsproduk-tion, mit der Holiday on Ice seinen 75. Geburtstag feiert, ohne das Duo auskommen.
Aber dafür gehen sieben Principals an den Start, die auf dem Eis eine Mega-Show abziehen: Kufen-Revue statt Kunstpurismus. Die zweistündige Aufführung bringt Rostocks Stadthalle zum Brummen – bis hinauf unters Dach, wo Oma und Enkel und Papa und Mama die ganze Chose per Smartphone festhalten. Als verwackelte Doku wird «Showtime» in unzählige Familienvideotheken Eingang finden, bleibende Erinnerung an ein XXL-Event, was Licht, Ton, Garderobe und grafische Animation betrifft. Fantastische Gimmicks, denen die Choreografie nicht immer standhält.
Holiday on Ice ist eine Institution, gewissermaßen das eisige Pendant zum Berliner Friedrichstadtpalast. Jahr für Jahr wird ein neues Format aufs Eis gezaubert, und das, seit ...
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Tanz Januar 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Dorion Weickmann
Die Wiedervereinigung hat einst als «Zonenrandgebiete» ausgewiesene Landschaften in die Mitte Deutschlands gerückt. Zum Beispiel Teile der hessischen Rhön, die nach dem Mauerfall von Kunst- und Kulturinteressierten neu entdeckt wurden. Nicht nur der Barock, auch die Moderne der Zwischenkriegszeit hat hier Spuren hinterlassen. Etwa Loheland, östlich von Fulda...
Irgendwann fällt im Gespräch der Satz mit dem Spiegel. Der bei Begegnungen stets so aufgeräumt und freundlich grüßende Bruno Heynderickx weiß, wie er wirkt, wie er wirken will. Nicht divenhaft, im Gegenteil. Der Belgier ist relativ klein, ohne den offenen Blick wäre er fast unscheinbar. Wenig spuckt die Internetsuche über ihn aus – «aber auf Facebook bin ich doch...
Das kann ja heiter werden. Bevor die Vorstellung richtig beginnt, treten die zwanzig Tänzer und Tänzerinnen vor den Vorhang und stellen der Reihe nach ihre persönliche Beziehung nicht nur zu dieser «Romeo und Julia»-Produktion her. Noch scheinen alle nackt; die fleischfarbenen Bodys lassen allerdings manchen Muskel, aber auch Geschlechtsteile monströs hervortreten....
