Erfurt, Gera: Silvana Schröder «Giselle»
Nein, das Ballett stammt nicht aus dem Nachlass von Johannes Brahms. Aber das Liebeslied «Guten Abend, gut’ Nacht» hat er komponiert. Silvana Schröder stellt es jeweils an den Anfang ihrer beiden «Giselle»-Akte und bedeutet dem Publikum noch vor Beginn auf signalhafte Art, dass es auf eine traditionelle Aufführung des Ballet fantastique nicht hoffen darf. Tatsächlich ist alles anders im Theater Erfurt, wo die Koproduktion mit dem Staatsballett Thüringen als Uraufführung vorgestellt wurde. Nur die Musik Adolphe Adams ist die gleiche – von den Anfangstakten mal abgesehen.
Die Brahms-Klänge ertönen aus einer Spieluhr, die Giselle gehört. Nicht mehr Mädchen, noch nicht Frau, fühlt sie sich in ihrem Puppenheim nicht mehr aufgehoben. Das Kinderzimmer hat sich ins Riesenhafte vergrößert. Schier ein Ding der Unmöglichkeit, die Tür zu öffnen. Doch wenn es ihr gelingt, versetzt sie das Dahinter in Angst und Schrecken: Mutter Myrtha, längst dahingeschieden und doch gegenwärtig, zudem noch umringt von einer Schattenschar, die ihre Scheinexistenz ins Unermessliche steigert. Kein Wunder, wenn sich die Verängstigte nur zu gern in die Arme Albrechts fallen lässt. Natürlich in der etwas naiven ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Hartmut Regitz
Ihr Silber-Jubiläum hat die Heinz-Bosl-Stiftung längst hinter sich. Aber auch das 40-Jährige der Münchner Ballettinstitution lässt sich versilbern – zumindest was den Einband der Pub-likation betrifft. Zusammengestellt hat sie Terence Kohler als Projektleiter, kein Unbekannter in der Branche: Einst von Birgit Keil entdeckt, machte der Australier erst als...
Diana Vishneva ist ein VIP des klassischen Tanzes. 1976 in Sankt Petersburg geboren, hat sie die Waganowa-Akademie absolviert und eine sagenhafte Karriere gemacht: Paraderollen am Mariinsky, dem sie bis heute angehört, und in Moskau, Gastauftritte bei den prestigeträchtigsten Kompanien der Welt von Berlin über Mailand und Paris bis Tokio. Von 2005 bis 2017 war sie...
Deutschland
On tour
Das Bolschoi Staatsballett Belarus
gastiert mit «Schwanensee»: Stuttgart, Liederhalle, 3. Jan.; Leipzig, Gewandhaus, 6. Jan.; Berlin, Theater des Westens, 7. Jan.; Ulm, Congress Centrum, 15. Jan.; Saarbrücken, Congress Centrum, 16. Jan.; Dortmund, Konzerthaus, 17. Jan.; Mannheim, Rosengarten, 18. Jan.; München, Philharmonie, 19. Jan.;...
