Selbst ist das Gesicht

Hans Belting zeichnet eine «Geschichte des Gesichts» durch Malerei und Medien

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Wie viel Selbst steckt im Gesicht? Kein anderer Körperteil zeigt sich dem Betrachter so nackt und natürlich, und keiner wird so sehr mit Charakter, Eigenschaften oder Innenleben seines Trägers identifiziert. Auch gibt es kaum eine andere Körperoberfläche, die so permanent auf Kommunikation und Selbstdarstellung ausgerichtet ist. Schon beim morgendlichen Blick in den Spiegel hilft oft nur Skepsis: Das soll ich sein?

Solchen Grundfragen geht der Kunsthistoriker Hans Belting in seinem Buch «Faces» nach.

Das Gesicht als Repräsentationsfläche ist eine unerschöpfliche Landschaft, deren Vermessung, Gestaltung und vermeintliche Natürlichkeit die Porträtmalerei seit Jahrhunderten beschäftigt. Zumal die jeweiligen historischen Kulturen den Gesichtsraum ganz unterschiedlich definieren. Gesichtsausdruck und Gesichtsarbeit unterliegen wechselnden Darstellungskonventionen, die festlegen, was als authentisch gilt und was als Täuschung, was als Selbst und was als Maske. Wobei Wahrheit von Täuschung auch nur halbwegs trennscharf zu unterscheiden sind, wenn das unverstellte Selbst irgendwo festzumachen wäre. Aber wo? Vielleicht im Gesicht?

Beltings kenntnisreiche Vermessung von zwei Jahrtausenden ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Magazin: Bücher, Seite 71
von Franz Wille

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