Frankfurt/Main: Im Sand geerdet

Kevin Rittberger «Kimberlit. Ein Bestiarium» (U)

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Kevin Rittberger schreibt dem Schauspiel Frankfurt, dem Festival «Frankfurter Positionen», drei Schauspielern und vor allem Samuel Weiss als Regisseur ein Stück. Es dauert anderthalb Stunden. Hinterher schauen sich alle an: Was war denn jetzt das? Diskutieren dann aber doch sehr angeregt und fühlen sich offenbar bestens unterhalten.
Rittberger nennt «Kimberlit» «ein Bestiarium». Der Titel bezeichnet ein poröses Vulkangestein. Das Stück ist aber eher ein Road Movie der jüngeren linken Zeitgeschichte. Es ist eine Nahost-Komödie. Und es ist eine Falken-Farce.

Sozusagen eine Mischung aus Palästinenser-Tuch und Vogelzucht, Orient und Okzident. Oder wildgewordener Wüstensand mit brauner Soße. Die kommt in ihren beiden Haupterscheinungsweisen, Nazis und Kot, hier auch ausreichend vor. «Kimberlit» ist auch ein Diamanten-Drama. Wer will, kann auch eine Geschichte von der Überlegenheit der Titte über die Theorie in dem Stück sehen. Oder eine Desillusionierungsklamotte für linke Köpfe.

Rittbergers Welt ist durchtränkt von den Widersprüchen der Globalisierung und dazuge­höriger kritischer Positionen. Er weiß, was alles nicht geht, kann aber von der Kritik nicht lassen. Das ist nicht ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Peter Michalzik

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