Schwertträger und Handyhalter
Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei von ökonomischen Interessen Ereignis werden dürfen.
Wurden in England schon schwach frequentierte Gotteshäuser kurzerhand zu Fitnessstudios oder Szenekneipen umfunktioniert, warum also nicht demnächst defizitäre Theater zu boomenden Einkaufszentren? Ausgehend von dieser deprimierenden Zukunftsvision hat Tankred Dorst zusammen mit Ursula Ehler ein Trost spendendes Zaubermärchen verfasst, bestens geeignet als aufrüttelnde Mahnwache für bedrohte Opernhäuser. Denn hier nehmen die verfolgten Geister ihre Rettung beherzt selbst in die Hand. Henry Purcells barocke Semiopera «King Arthur» mit gemischter Besetzung aus Sängern und Schauspielern dient nicht nur als dramaturgische Folie, sondern wird mit ihrem Personal aus Rittern, Nymphen und Zauberern zum lebendigen Bollwerk der Phantasie, das sich dem schnöde gewinnfixierten ...
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Wird Basel Provinz?», fragte das städtische Theater jüngst in einer Podiumsrunde. Und wer die Basler kennt, ihren Stolz auf die ortsansässigen Global Players aus der Pharma- und Kulturindustrie, ihren inneren Drang nach Weltoffenheit, der eine Mischung ist aus Sehnsucht und Selbstdarstellung – der kann sich vorstellen, dass sie keine Antwort auf diese Frage mehr...
Das ist kein Hörspiel», raunte die Stimme. «Das ist die Wahrheit!» In diesem Moment ahnte man es bereits: In der kurzen Pause, die entstand, während das Tonband weiterleierte, einem fahrigen, immer wieder vom Knacken der Stopp- und der Aufnahmetaste unterbrochenen Selbstgespräch entgegen, nahm ein Phantom Gestalt und Namen an, das der Wettbewerb sich hätte erfinden...
«Von drei Millionen drei» heißt der 1932 erschienene Roman von Leonhard Frank, den Fritz Katers «3 von 5 Millionen» fortschreibt. Er erzählt, wie drei Arbeitslose – ein Schreiber, ein Schneider und ein Fabrikarbeiter – ihre Heimatstadt verlassen, nach Hamburg wandern, auszuwandern beschließen, in Buenos Aires Arbeit finden, bis sie auch dort die...
