Schwertträger und Handyhalter

Tankred Dorsts «Purcells Traum von König Artus» in Wiesbaden

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Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei von ökonomischen Interessen Ereignis werden dürfen.

Wurden in England schon schwach frequentierte Gotteshäuser kurzerhand zu Fitnessstudios oder Szenekneipen umfunktioniert, warum also nicht demnächst defizitäre Theater zu boomenden Einkaufszentren? Ausgehend von dieser deprimierenden Zukunftsvision hat Tankred Dorst zusammen mit Ursula Ehler ein Trost spendendes Zaubermärchen verfasst, bestens geeignet als aufrüttelnde Mahnwache für bedrohte Opernhäuser. Denn hier nehmen die verfolgten Geister ihre Rettung beherzt selbst in die Hand. Henry Purcells barocke Semiopera «King Arthur» mit gemischter Besetzung aus Sängern und Schauspielern dient nicht nur als dramaturgische Folie, sondern wird mit ihrem Personal aus Rittern, Nymphen und Zauberern zum lebendigen Bollwerk der Phantasie, das sich dem schnöde gewinnfixierten ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Neue Stücke, Seite 47
von Silvia Stammen

Vergriffen
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