Matrosenliebe und Intrigen

Katharina Gericke nach Dumas «Der Graf von Monte Christo»

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Mäntel, Degen, Abenteuer, Matrosenliebe, Lügen und Intrigen: Eine der bekanntesten Geschichten dieser Art ist «Der Graf von Monte Christo». Geschrieben hat sie Alexandre Dumas in den Jahren 1845/6. Als Fortsetzungsroman für das Feuilleton des «Journal des débats». Dort sollten die Leserzahlen steigen, die Abonnements verlängert werden. Es klappte: Die Leser liebten das Abenteuer um wilde Seemänner, deren Rache und deren Bräute – und die Zeitung war gerettet.

Nun hat sich die Autorin Katharina Gericke des Stoffes angenommen, nicht die erste Dramatisierung und ein Auftragswerk – «frei nach Motiven von Dumas» – für das Landestheater Niedersachsen Nord. Reinhardt Friese hat die Regie übernommen, Diana Pähler die Ausstattung. Pähler hat einen freundlich bespielbaren, halbrunden Innen- wie Außenraum entworfen. Einem aufgeschnittenen, längst vergessenen Schiffswrack gleicht der Raum, und überall hat die Patina der Zeit sich eingefressen. Knietief sind die Pfützen auf dem Boden, rotbraun verrostet sind die Wände. Ganz egal, ob der Hafen von Marseille, die Gefängnisinsel Chateau d’If oder die verheißungsvolle Insel Monte Christo, klug wird Pählers multifunktionales, surreales Setting jedem ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Chronik, Seite 39
von Katrin Ullmann

Vergriffen
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