Schreiben wie für ein Konzert

Thomas Köck denkt die Welt zusammen, textet unter anderem auf Schleef-Spuren und bewahrt sich seinen Optimismus im Scheitern: ein Porträt aus Anlass der Mannheimer Urauf­führung von «paradies spielen» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei)

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Hat man schon mal einen Dramatiker erlebt, der die Sprache einen «Horror» nennt und dabei mit Wittgenstein argumentiert, dem Logikfreak und Sprachphilosophen? Österreicher, meint der Österreicher Thomas Köck, würden der Sprache so fremd gegenüberstehen, dass sie ihr nur auf der Ebene des Horrors begegnen, sonst würden sie gleich gar nicht reden. Und das könne man eben beim späten Wittgenstein besonders gut beobachten: Der drehe ein Wort nach dem anderen um wie in einem tiefen Dunkel: «Er begegnet der Sprache als etwas grotesk Unheimlichem, Horrormäßigem.

» Und der frühe Wittgenstein, sei das keine vernunftoptimistische Verstehenslogik? Doch, aber mit der sei er ja bekanntlich gescheitert. «Das Optimistische beim späten Wittgenstein ist höchstens die Feststellung, es gibt keine Logik hinter der Sprache. Das ist dann das Befreiende. Der Optimismus im Scheitern.» Ein Satz, der schon ziemlich viel über Thomas Köck und seine Texte verrät.

Wenn man ihn in Berlin zum Kaffee trifft, wo er derzeit lebt, muss man erstens sehr genau hinhören, weil er so leise spricht, dass das Aufnahmegerät fast nur noch Eigenrauschen produziert, und zweitens lange warten, bis ihm ein österreichischer Tonfall ...

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Theater heute März 2018
Rubrik: Akteure, Seite 40
von Franz Wille

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