Schmerzliche Leerstelle

Necati Öziri spiegelt in seinem Romandebüt «Vatermal» familiäre Beziehungen

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Ich wünschte, Metin, man könnte Erinnerungen einfangen. Wie Insekten, die ein Eigenleben haben, einen eingebauten Instinkt, der sie leitet.» Arda, Protagonist von «Vatermal» und lebensbedrohlich erkrankter Literaturstudent, hat im Krankenhaus plötzlich Zeit und Druck, sich zu erinnern. Auch Mutter Ümran und Schwester Aylin, die sich am Krankenbett sorgfältig aus dem Weg gehen und kein Wort mehr miteinander reden, bringt er dazu, sich zu erinnern. Und er schreibt seine und ihre Geschichten für seinen Vater auf, der für ihn eine schmerzliche Leerstelle ist.

Denn Metin hat seine Familie verlassen, als Arda noch ein Baby war, ist zurück in die Türkei gegangen, obwohl ihm dort Gefängnis drohte, und hat sich nie wieder gemeldet.

Schon einmal hat Necati Öziri von Arda erzählt, allerdings wesentlich bruchstückhafter: In «Get deutsch or die tryin’» (2017), frei nach dem Album «Get rich or die tryin’» des Rappers 50 Cent, zeichnete der 1988 in Datteln geborene Autor und Dramaturg (s)eine fiktionalisierte Jugend mit Migrationshintergrund nach, vom Abhängen mit Gleichgesinnten über die Geschichte der Eltern bis hin zur Einbürgerung, die ihm trotz ast -rein deutschem Geburtsort eine komplette ...

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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Bücher, Seite 49
von Eva Behrendt

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