Schaffen wir sie ab, die Polizei?
Schon seit der Erfindung der modernen Polizei gehören zu ihrer grundlegenden Architektur der unauflösbare Widerspruch zwischen Recht und Unrecht und ein unkontrollierbares Gewaltpotenzial. Dieser Gedanke hat Björn SC Deigner dazu bewogen, Friedrich Schillers Fragment «Die Polizey» als Ausgangspunkt für die eigene Fortschreibung und Untersuchung der dunklen Punkte in Geschichte und Gegenwart der Polizeiarbeit zu nehmen. Ob jemand die Polizei als Schutzorgan sieht oder als gefährlichen Gegner, hängt davon ab, welche Erfahrungen mit ihr gemacht wurden.
Für die Mehrheitsgesellschaft scheint sie Hüter von Ordnung und Sicherheit zu sein, ihr «bester Freund und Helfer».
Nicht erst seit dem Mord an George Floyd durch US-Polizisten wissen wir, dass die Polizei für marginalisierte Gruppen der Gesellschaft vorrangig Schikane, alltägliches Ärgernis und sogar tödliche Gefahr darstellt. Wobei die Polizei nicht nur der vielzitierte Spiegel der gesellschaftlichen Vorurteile ist, sondern diese Vorurteile verschärft, instrumentalisiert und zum Teil überhaupt erst schafft. Durch «racial profiling» markiert die Polizei in ihrer alltäglichen Praxis Menschen bestimmter Gruppen erst als ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 141
von Remsi Al Khalisi
Um in Corona-Zeiten Julia Oschatz, die Bühnenbildnerin des Jahres, zu treffen, muss man sich auf den Weg machen. Die 1970 in Darmstadt geborene, in Berlin lebende Künstlerin hat sich zur Zeit in ihr Atelier zurückgezogen, 100 km Landstraße von Berlin entfernt, in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt. Hinterm Elbdamm grasen Pferde und weiße Kühe, Enten quaken,...
Zoom-Meeting mit Barbara Mundel und Matthias Lilienthal. Beide sitzen in den Münchner Kammerspielen, aber in verschiedenen Räumen.
Theater heute Wir sind überrascht, Sie vereinzelt zu sehen – Abstand hin oder her. Sie haben schließlich schon mal an der Volksbühne ein Büro miteinander geteilt?
Matthias Lilienthal Zweimal. In Berlin und vorher in Basel.
Barbara...
Ich bin nicht souverän. Kann es nicht sein, noch immer nicht, obwohl die Freiräume wieder größer werden. Die Zeit arbeitet für uns, denkt man, beruhigt man sich. Ja, wir werden wieder Theater spielen. Der Spuk wird ein Ende haben. Aber souverän? NEIN. Ich schaffe das nicht, denn ich muss zugeben, dass ich verstörende Tendenzen in meiner Psyche entdecken musste, auf...
