Regienachwuchs: «Ich bin doch selbst nur angedeutet!»

Filmadaptionen, Gesellschaftsspiele, Jugendtheater: Beim Körber Studio in Hamburg bewegt sich der Regienachwuchs zwischen Politisierung und Privatismus

Theater heute - Logo

Am Ende bekommt die am wenigsten unter den Begriff «Junge Regie» fallende Arbeit den Preis der Körber Stiftung. Zwar ist Felix Krakaus «Peer Gynt» im Rahmen des Studiengangs Theaterregie an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst entstanden, gleichzeitig ist Krakaus Projekt keine klassische Stu­dienarbeit, sondern als Inszenierung für die Bürgerbühne des Düsseldorfer Schauspielhauses schon voll ins Staatstheatersystem integriert – im Grunde braucht so jemand nicht die 10.000 Euro Produktionskostenzuschuss, die dem Gewinner zustehen.

Allein: Die fünfköpfige Jury (zu der neben der Kölner Dramaturgin Beate Heine, dem Berliner Kurator und Autor Necati Öziri, der Braunschweiger Intendantin Dagmar Schlingmann und dem Hamburger Regisseur Alexander Riemenschneider auch der Autor dieses Textes zählte), sah in der Ibsen-Verjüngung die am ehesten die Zukunft des Theaters repräsentierende Produktion des diesjährigen Festivals, politisch, intim, frisch. Nur eben: Staatstheater.

Sieger «Peer Gynt»

Dramatiker und Regisseur Falk Richter hatte in seiner Keynote zur Festivaleröffnung die Kraft des subjektiven Blicks für junges Theater beschworen: «Erzählen Sie von sich. (…) ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2019
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Gefangene der eigenen Geschichte

Wen schert das schon ich kann das nicht mehr hören dieses Geraunze satzloses Murmeln Syntax dahin ADE!» Es dauert nicht lange, da beschwert sich Agata schon über den Text, den die Autorin Eleonore Khuen-Belasi für sie und ihre Mitstreiterinnen geschrieben hat. Agata, Aurelia und Teresa sind, tja, Figuren wäre schon übertrieben, vielleicht drei Gewächse Marke Golden...

Privilegien zum Abschuss

Die Schweizer Kabarettistin Hazel Brugger hat einmal bei einem Auftritt in Paderborn unter dem Titel «Männer haben mehr Humor als Frauen» eine wissenschaftliche Studie zitiert, derzufolge 95 Prozent der befragten Männer und Frauen Humor für die wichtigste Eigenschaft in einer Partnerschaft halten. Wobei beide Geschlechter – und das ist das eigentlich interessante...

Graz/Wien: Theater ist wie Kaugummi

Die österreichische «Theaterallianz» ist ein 2013 gegründetes Netzwerk von sechs Theaterhäusern in sechs verschiedenen Bundesländern, die besonderen Wert auf zeitgenössische Dramatik legen und einschlägige Inszenierungen unter­einander austauschen. Seit 2016 vergibt die Theaterallianz auch einen Autor*innenpreis, wobei die damit ausgezeichneten Stücke an allen...