Reduktion, Reflektion
Tarkowskis zweiter Film «Andrej Rubljow» wurde in den 60er Jahren in zäher Auseinandersetzung mit der sowjetischen Kulturbürokratie gedreht. Der Künstler und sein Verhältnis zur Zeit, in der er lebt, der Künstler, seine Aufgabe und seine Krisen – das sind Tarkowskis Themen, die er an Rubljow abhandelt, dem berühmtesten russischen Ikonenmaler im 15. Jahrhundert, der Zeit der Kriege zwischen dem Moskauer Großfürsten und der tatarischen Goldenen Horde.
Ein monumentaler, bildmächtiger Schwarz-Weiß-Film, der erst ganz am Ende in der filmischen Erforschung der originalen Ikonen Rubljews in Farbe erblüht. Auch schon damals, in den 70ern, lag da ein erratischer grauer Brocken in der Filmlandschaft, irgendwo zwischen russischem Nationalepos und idealistischer Künstlernovelle.
Anja Nioduschewskis Bühnenbearbeitung gleicht eher einer Dramatisierung des Drehbuchs Tarkowskis als des fertiggestellten Films. Gerade die Episoden, die Tarkowski aus finanziellen oder ästhetischen Gründen nicht im Film umsetzte, integriert die Bühnenfassung wieder: die Erinnerung Rubljows an seine Kindheit, die Jagd des Fürsten auf die wilden Schwäne, die Vision Rubljows von der Begegnung mit seiner Mutter, die ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Gerhard Preußer
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