Frankfurt/Main: Lars von Trier «Dogville»

Unheimlich bigott

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Für seinen Film «Dogville» stieg Lars von Trier aus dem üblichen Filmrealismus aus und machte eine theaterhafte Raumskizze irgendwo in einem turnhallengroßen Studio zum Drehort. Mit Kreide waren Häuser und Straßen auf dem Fußboden markiert, Möbel und Gegenstände standen wie zufällige Versatzstücke in hintergrundloser Weite herum. Die Welt, wie sie von Trier uns zeigte, war klaffend offen, die überschaubare Kleinstadt wurde durchschaut.

Hier entwickelten sich die Geheimnisse in einem Raum, der permanent überwacht schien: Das Sichtbare aber war ein Trugschluss, denn es konnte das, was da gärte und schließlich mörderisch zum Ausbruch kam, nicht verbergen.

Vor Jahren haben Schüler der Münchner Falckenberg-Schule den Film mit seinem Bühnenbild einmal nachgespielt, sehr einfach, mit Pappkartons statt realistischem Mobiliar: Das hatte Wucht und Unmittelbarkeit.

Karin Henkel in Frankfurt aber empfand das Wechselspiel zwischen Kino und Theater wohl als die spannendere Herausforderung und machte sich daran, mit filmischen Elementen der kargen Vorlage aufzuhelfen. Für «Dogville« baute ihr Jens Kilian ein verschachteltes (an Bert Neumanns ge­schlossene Raum-Kapseln erinnerndes) Zimmer- und ...

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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Bernd Noack

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