Raum für Krampf und Explosion

... schafft der Bühnenbildner des Jahres Herbert Fritsch, der als Schauspieler weiß, was Spieler brauchen: Disziplin, um frei zu werden

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Zielstrebig steuert Herbert Fritsch auf den Tisch zu, über dem der Monitor hängt. Hier, gleich gegenüber vom Tresen in der Volksbühnenkantine, wollen wir reden: über den Bühnenbildner Herbert Fritsch. Wir wollen reden, aber über uns hängt der Monitor. Und da läuft das, was oben im Theater gerade das Publikum zum seligen Grinsen bringt: «Murmel Murmel», Fritschs prädramatischer Geniestreich nach dem zweisilbigen Text von Dieter Roth, der auf 176 Seiten nichts anderes enthält als dieses eine Wort: «Murmel».

Weshalb wir erst einmal nicht reden können, sondern nur gucken, gucken, gucken. Fritsch auf den Monitor, ich auf Fritsch. Auf dieses Gesicht, auf dem kindliche Erwartung liegt, abgrundtiefes Bangen, helle Begeisterung, während er den Blick nicht abwenden kann von seinen Spielern, die zwischen bewegten farbigen Wänden schliddern und fallen, sich verrenken und zerreißen und murmeln und murmeln. «Der spinnt ja so toll, der Wolfram», seufzt Fritsch verzückt, während auf dem Monitor Wolfram Koch in Konkurrenz zur orangenen Wand bäuchlings von der Seite hereinrobbt.

Von der Seite gesehen


Dann hält es ihn nicht mehr in der Kantine. Er will hinter die Bühne, zu seinen Technikern, von denen ...

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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Der Bühnenbildner des Jahres, Seite 102
von Barbara Burckhardt

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