Expedition zu den Grundfragen

Judith Gerstenberg über Nis-Momme Stockmann «Tod und Wiederauferstehung der Welt meiner Eltern in mir»

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Die Welt der Eltern ist groß. Es gab die Angst, nicht Herr über das Thema
zu werden. Das Material ver­mehrte sich, wuchs; die elektronischen Notizbücher mit einer unüberschaubaren Zahl an Links schwollen an, die vielen Zettel und Verweise, ausgelegt auf dem Boden, bereit, zu einem Teppich verwoben zu werden, nahmen vie­le, zu viele Quadratmeter ein. Verzweiflungsschübe, Kampfansagen, Selbst­überlistungsversuche. Erschrecken vor den Lebensirrtümern, den politischen Illusionen. Leiden an der eigenen Verlogenheit. Vergossenes Herzblut. Eine Odyssee.

So beschreibt Nis-Momme Stockmann die Arbeit an seinem Stück «Tod und Wiederauferstehung der Welt meiner Eltern in mir». Für sie hatte er sich zurückgezogen aus einem Betrieb, der ihn bereits adoptiert hatte als Hoffnungsträger und außerordentliche Begabung – die er ist, zweifellos. In Interviews wehrte er sich gegen die dumme Kultur der Verortung, des Verstehens und der Nutzbarmachung, ließ verlauten, die ersten Stücke, für die er geliebt wurde, interessierten ihn nicht mehr. Stattdessen: Der Gedanke dürfe in keine verständliche Dramaturgie gezwängt werden, sondern müsse entfesselt, diskur­siv kreisend und uneindeutig sein. Die Kritik hat ...

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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 170
von Judith Gerstenberg

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