Raum für Experimente?

Das Londoner Theater feiert eine Fortsetzung um Queen Helen Mirren, folgt den Anweisungen von Adam Smith und erkundet das Drift-Syndrom gelangweilter Hipster

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Für die Briten ist ihre Monarchie nicht nur kuschelige Tradition, die mit ihren Skandälchen, guten Taten und Schwangerschaften die Regenbogenpresse beglückt, sondern auch immer wieder knallharter Wirtschaftsfaktor. Alle Jahre wieder wird öffentlich diskutiert, wie viel die Queen und ihr Clan den Steuerzahler kosten; regelmäßig hält man dagegen, wieviel Mehrwert sie dem Staat, vor allem über die Touristenschiene, aber auch als nationaler Kohäsionsfaktor und als Großbritanniens nobelste Celebrity bringt.

Beeindruckendes Kapital geschlagen hat aus der Monarchin auf jeden Fall der Autor Peter Morgan. Sein Filmscript zu «The Queen», in dem die Grande Dame der englischen Theater- und Filmwelt Helen Mirren der Königin überzeugend unaufwändig dramatische Gestalt gab, hat schon einen dramatischen Nachfolger: «The Audience». Es zeichnet mögliche Begegnungen der Queen mit acht der zwölf Premierminister nach, die sich in ihrer sechzigjährigen Amtszeit die Klinke von Number 10 Downing Street in die Hand gaben. Und wieder mit Helen Mirren als royaler Protagonistin.

Die wöchentlichen königlichen Audienzen der britischen Premiers haben lange Tradition und sind Teil der insularen konstitutionellen ...

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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Ausland, Seite 48
von Patricia Benecke

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