Raskolnikow im Putinland

Marie Rötzer über Alexander Moltschanow «Mörder»

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Die Kinder der Perestroika sind Moltschanows Protagonisten. Junge Russen, die ein existenzielles Bedürfnis verspüren, ihre Gedanken und Gefühle einer Welt entgegenzuknallen, die täglich roher und zugleich komplexer wird, die ihnen mehr und mehr entgleitet und sie permanent überfordert. Als im März dieses Jahres Putin zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt wurde, protestierte ein großer Teil der russischen Jugend heftig. Ihr Kampf richtete sich gegen ein verkrustetes Funktionärssystem mit mafiösen Strukturen und gegen die Allmacht der Oligarchen.

Diese neuen Eliten sind die Gewinner des grenzenlosen Kapitalismus und der freien Marktwirtschaft. Verlierer sind die Jungen, die mit Perspektiv- und Arbeitslosigkeit, Lethargie, Drogen, Alkohol und Kriminalität konfrontiert sind.

In dieser disparaten Welt, zwischen der Verheißung auf Ruhm, Erfolg und Karriere einerseits und der Angst vor dem Absturz ins Elend an­dererseits, zwischen Himmel und Hölle, siedelt Alexander Moltschanow seine Figuren an: Seka, Oksana und Andrej, drei Studenten. Seka und seine Freundin Oksana sind längst exmatrikuliert, hängen aber immer noch im Studentenwohnheim ab. Seka, ein Kleinkrimineller, bru­taler Schläger ...

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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 157
von Marie Rötzer

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