Rache der Dominierten
Ein berückend-bedrückendes Generationenporträt der Millennials nannte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» den Roman der gebürtigen Cottbusserin Ruth-Maria Thomas. Nun durfte Regisseurin Sarah Kohm den Text, der im letzten Jahr auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, zum ersten Mal am Geburtsort der Autorin auf die Bühne bringen. Es handelt sich um die Geschichte der Beziehung von Jella und Yannick, die in Gewalt endet. Aber auch um die Entwicklung des vor allem sexuellen Selbstverständnisses einer jungen Frau unter jungen Männern.
Wie schon bei ihrer Inszenierung «Enjoy Schatz» greifen Kohm und ihre Kostüm- und Bühnenbildnerin Lena Maria Emrich für den Ort dieser Handlung auf eine Art augenzwinkernde Barbieästhetik zurück, die das Stück vermutlich auch für eine junge Zielgruppe anschlussfähig machen soll. So erinnert das große Stahlgerüst auf der Bühne mit seinen zwei Seitenflügeln an jene Puppenhäuser, die jungen Mädchen weltweit mit ihrer schimmernden Traumwelt fragwürdige Ideale vorsetzt. Jella und ihre Freundin Shelly treten in dieser Welt bauchfrei mit Low-Waist-Jeans und Glitzerschrift auf.
Hier in ihrem Elternhaus verbringt Jella ihre erste Nacht mit Yannick, ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Anna Hoffmeister
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