Ost-West-Kreisverkehr
Das gelbe Taxi-Schild leuchtet im Halbdunkel des sechseckigen Bühnenraums. An den Wänden geben Straßenmarkierungen die Fahrtrichtung vor, in der Mitte sitzt das Publikum auf Drehstühlen, drum herum wird gespielt. Im Podium am Theater Ulm inszeniert Philipp Löhle mit «Taxi nach Drüben» die wahre Geschichte eines einfachen Mannes, der in die Mühle deutsch-deutscher Vergangenheit gerät.
Im Jahr 1979 steigt der Taxifahrer Hermann Reisch in seinen elfenbeinfarbenen Mercedes, um eine Kundin gegen seine Vorschriften von Ulm nach Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) zu chauffieren.
Dort wirbt ihn ein Stasi-Agent an, im Auftrag der DDR die Stationierung ame -rikanischer Pershing-Raketen in der Nähe von Ulm auszukundschaften. Reisch meldet den Fall gewissenhaft beim westdeutschen Verfassungsschutz, wo man ihm einen unerwarteten Deal vorschlägt: Reisch solle den Auftrag annehmen – vorausgesetzt, er leitet sein gesammeltes Wissen von «da drüben» vertraulich an die BRD weiter. Der Taxifahrer wird so zum Doppelagenten – und verfängt sich rasch in einem Netz aus verschleierten Tatsachen und Schwindeleien.
Im Auftrag des Ulmer Theaters hat der Dramatiker Philipp Löhle die wahre Geschichte von Hermann ...
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Theater heute Januar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Ella Rendtorff
Ziemlich stürmisch verlief der Übergang von der vorigen auf die laufende Spielzeit auf den Bühnen in Kassel: Schauspiel-Chefin Patricia Nickel-Dönicke habe sich – so sah es jedenfalls der Rest der Theaterleitung – deutlich zu intensiv vorbereitet auf neue Direktions-Aufgaben am Landestheater St. Pölten. Weil sie sich angeblich deshalb nur noch wenig bis gar nicht...
Eines der Elemente, mit denen Sonja Anders, seit Saisonbeginn Intendantin am Hamburger Thalia Theater, gesellschaftliche Relevanz herstellen möchte, ist die subversive Kraft der Sexualität: die Idee, dass in Körper und Sex eine potenziell zerstörerische Gewalt steckt, die im Zweifel Ideologien zu überstrahlen in der Lage ist. Ausbaufähig zeigte sich dieser Ansatz...
Gemeinsam. Energie. Austausch. Öffnung. Begegnung. Intendantenlieblingsworte wie diese kommen Felix Rothenhäusler in Freiburg schon recht flüssig über die Lippen. Den langen Marsch durch die städtischen Institutionen hat er hinter sich (Begegnung!), Zukunftsprojekte sind angestoßen (gemeinsam!), das Publikum wurde im Spielzeitheft mit einer beherzt...
