Popkultureller Stillstand
Hinten ein üppig gedeckter Tisch mit Kerzenleuchtern und Sektgläsern, vorne tanzen die drei Schwestern mit den Offizieren zu «Moskau» von Dschingis Khan. Als deutscher Schlager klingt Irinas ewiges Mantra «Nach Moskau» so vertraut wie fremd. Für die jüngste der drei Töchter des kürzlich verstorbenen Brigadegenerals ist Moskau gleichwohl ein Sehnsuchtsort – für Heimat, Veränderung, Neuanfang. Doch der will sich in «Die drei Schwestern» von Regisseur Adewale Teodros Adebisi am Deutschen Nationaltheater nicht so recht einstellen.
Statt in Taten verlieren sich die Geschwister im Alltag: Die zarte, warmherzige Irina sucht Sinn in der Verrichtung körperlicher Arbeit, die hoffnungslos verliebte Mascha flüchtet sich in eine Affäre mit Oberstleutnant Werschinin, und Olga verschwindet im Schuldienst. Nur Bruder Andrej mit der bevorstehenden Professur in Moskau scheint ihr Lichtblick.
Während sich die Frauen in sich selbst zurückziehen, übernehmen die Männer das Reden – über die Zukunft, in der, so Oberstleutnant Werschinin, die Menschen über Kriege nur noch lachen können. Der Baron prophezeit den Menschen sogar eine «Zeitenwende» – und entzaubert damit ironisch die Gegenwart.
Doch all die ...
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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Anna Hoffmeister
Die Agora ist manchmal ein leeres Feld. Voll Enthusiasmus schreiten vor dieser leeren Fläche, die vermutlich eher als Parkplatz denn als landwirtschaftliche Nutzwirtschaft fungiert, Annett Sawallisch, Julius Forster und Denis Petkovic, um das versammelte Publikum von der Überlegenheit der sozialistischen Produktionsmethoden mit übergroßen Rüben und Kartoffeln zu...
Das Lied ist ein Ohrwurm. Auch noch Stunden nach dem Theater saust es im Kopf herum, dieses «Heidi-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela bumm» aus dem 1948er Karnevalslied «Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien», das seinerzeit zumindest im Rheinland fast die Funktion einer Nationalhymne übernommen hatte. Zum Thema hatte der Song die Tatsache der drei...
Was ist das denn? Keine Personenangabe. Keine Orts- und Zeitangabe. Stattdessen eine 4-Spalten-Tabelle mit Nummerierungen von 1 bis 241 – und das gleich zwei Mal: Eben «2×241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger» von der Frankfurter Hauptschule. Und zwei Regieanweisungen: «Gesprochen» steht über der einen Spalte, «Projiziert» über der anderen.
Ein paar...
