Polens wahres Gesicht?
Vor einigen Wochen habe ich auf Bitte der «Süddeutschen Zeitung» eine Prognose über vermutliche Veränderungen in der künftigen polnischen Kulturpolitik abgegeben. Der Artikel erschien am 3. November. Bereits am 15. November hat der neue Kulturminister Piotr Glinski ein Programm verkündet, das durch viel schärfere Maßnahmen gekennzeichnet ist, als ich mir vorzustellen imstande war.
Der Stil, mit dem der Minister sein Amt auszuüben beabsichtigt, war bereits am Beispiel seiner Bemühungen zu erkennen, mit denen er versuchte, die Premiere von Elfriede Jelineks «Der Tod und das Mädchen» im Teatr Polski in Wrocław (Breslau) zu verhindern, sowie an dem Interview, das er dazu einer Journalistin des polnischen Fernsehens TVP Info gab, den er als Propaganda-Sender beschimpfte und gleichzeitig drohte: «Aber das wird sich ändern!»
Die Premiere fand statt, aber der Zugang zum Theater wurde durch eine angeblich spontane Aktion der Gruppierung Krucjata Rozancowa za Ojczyzne («Rosenkranz-Kreuzzügler für das Vaterland») blockiert, die sich gegen Pornografie auf der Bühne richten sollte. Das geschah gleichzeitig mit einer Demonstration gegen muslimische Flüchtlinge, in deren Verlauf ein Freund eines ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Anda Rottenberg
2./SamstaG
14.55, 3sat: Krambambuli
Spielfilm (Österreich 1998) von Xaver Schwarzenberger mit Tobias Moretti, Gabriel Barylli, Nina Franoszek, Anne-Marie Bubke u.a.
20.15, 3sat: Der Vorleser
Spielfilm (USA/Deutschland 2008)
von Stephen Daldry mit Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Bruno Ganz, Susanne Lothar u.a.
22.55, 3sat: Cabaret
Spielfilm (USA 1972) von Bob...
fassung
mange ton dasein!
lacan
tatsächlich gibt es nichts, was auf so unerträgliche art und weise unbrauchbar und überflüssig wäre wie das organ, das herz genannt wird, dieses schmutzigste aller mittel, das die wesen erfinden konnten, um leben in mich zu pumpen.
artaud
per medulam cordis mei,
peccatoris atque rei,
tuus amor transferatur,
quo cor tuum rapiatur
...
Zum Schluss kommen ein Bühnenarbeiter mit Akku-Schrauber und eine Souffleuse auf die Bühne: Man müsse umdisponieren, eröffnen sie der erstaunten Schauspielerin – und diese realistische Bretterbühne endlich entsorgen. Und während die Schauspielerin noch schimpft, dass man ihr mitten in ihre Szene laufe, verschwinden die Pappwand mit dem Wolkenkratzer-Gemälde, der...
