Poesie der kurzen Sätze
«Leichte Sprache» soll in geschriebenen Texten zu besserer Verständlichkeit führen, Inklusion, Teilhabe, Barrierefreiheit fördern. Sie hat unterschiedlichste Kommunikationsbereiche erreicht – von der Behörde über Donald-Duck-Comics bis hin zu Nachrichtenseiten. Auch manche Theater etwa in Programmheften oder auf ihrer Website, wenn dort der Inhalt einer Inszenierung in kurzen, prägnanten Sätzen erklärt wird. So macht es auch das Mannheimer Nationaltheater – und geht aber jetzt noch einen Schritt weiter. Dort gibt es derzeit Goethes «Faust» in Leichter Sprache zu sehen.
Weltliteratur übersetzt in einfache Sätze, die jeder verstehen soll. Der Regisseur Daniel Cremer hat den «Faust» gemeinsam mit Mascha Luttmann und Tina dahingehend bearbeitet, kondensiert, interpretiert. Aber nicht nur der erste Teil des «Faust», auch der zweite passt noch hinein in die zweieinviertel Stunden der kurzweiligen Aufführung (inklusive Pause). Wobei «Faust II», der auch gewieften Germanist:innen die Grenzen ihrer Verständnisfähigkeit aufzeigt, in einer rasanten Viertelstunde zusammengefasst und ein bisschen gespielt wird. Letzteres betrifft vor allem den fünften Akt, in dem sich Faust als waschechter ...
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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Verena Großkreutz
Friedrich Schiller, so lässt sich vermuten, dürfte in unserer Epoche einer regelrechten Schreibwut verfallen. Wo angesichts wiedererstarkender Despotien Repressionen zur neuen globalen Normalität gehören, wird sein Ruf nach Freiheit selbst mehr als zwei Jahrhunderte nach seinem Tod 1805 nicht leiser. Studieren konnte man seine uneingeschränkte Aktualität just bei...
Personen
Achen Frau, in den 30ern bzw. 40ern, illegal eingewandert, lebt in den USA
Kat Frau, in den 30ern, Amerikanerin
Amaka Frau, in den 30ern bzw. 40ern, Freundin von Achen
Chris Mann, in den 40ern, Amerikaner, Achens Crush und späterer Ehemann
Kakye Frau, in den 30ern, früher eine Freundin von Achen, die in den USA studierte
Freie*r Journalist*in mit...
Das Fleisch – ob Mensch, ob Tier – ist gleich. Fleisch, das ist die leitende Metapher in Roger Vontobels Düsseldorfer Inszenierung von Brechts «Die Heilige Johanna der Schlachthöfe». Brecht hatte zunächst die Vorgänge an der Weizenbörse in Chicago im Auge, wechselte dann aber zur Büchsenfleischproduktion, der Metaphorik wegen: die kapitalistische Gesellschaft ein...
