100 Jahre vorwärts?
Auf dem Paulsplatz ist eine Rennstrecke markiert. Umsäumt von pinken Fahnen, nur einhundert Meter lang. Der Moderator trägt einen blauen Arbeiterkittel samt Schirmmütze, die Fahrräder haben mit den Rennmaschinen der Tour de France wenig gemeinsam. Aber es geht ohnehin darum, wer hier als letzte:r durchs Ziel kommt, wer nicht die kürzeste Zeit braucht, sondern die längste. Vor Muskelkraft ist Körperkontrolle gefragt, das Balancieren auf möglichst langsam rollenden Rädern, ohne umzufallen. Wer den Fuß zwei Mal aufsetzt, ist disqualifiziert.
Allerdings ist Moderator und Schiedsrichter Steffen Popp recht gnädig an diesem Nachmittag im Schatten der Paulskirche in Frankfurt am Main – und drückt das eine oder andere Auge zu. Der Rekordhalter erreicht in 56 Sekunden das Ziel. Die Umstehenden, Frankfurter:innen ebenso wie Tourist:innen, fiebern sichtlich mit jenen, die sich trauen, oder probieren sich aus unter den Blicken ihrer Verwandten.
«100 Meter vorwärts!» von red park ist Teil des Festivals «Sportproben», das an die 1. Internationale Arbeiter-Olympiade 1925 erinnert und ihr emanzipatorisches Potenzial sowohl im Kontext des 20. Jahrhunderts als auch in der Gegenwart betrachtet. ...
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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Esther Boldt
Das Patriarchat cancelt seit Jahrtausenden die Rechte von Frauen, Minderheiten, vulnerablen Gruppen, der Queercommunity, Tieren und der Natur. Das muss es auch, denn nur so kann das Patriarchat am Leben bleiben. Bell Hooks beschreibt das Patriarchat nicht als einen einzelnen Mann, sondern als «ein politisch-so -ziales System, das darauf besteht, dass Männer von...
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