Plädoyer für eine neue Linke

Linker Populismus kann nicht die Rettung sein. Der Fortschritt kann nur in einer Allianz mit den Benachteiligten liegen

Theater heute - Logo

Es ist unmodern geworden, politische Eingriffe und Perspektiven noch anhand der klassischen Lagerbestimmungen vorzunehmen. Andererseits sind sich alle einig, dass die vielen skandalösen Politiker und Bewegungen, die in den letzten Monaten und Jahren Macht erworben haben, alle eines eint: Sie sind Rechte. Und sie hatten Erfolg, weil sie linke Themen umdeuten konnten.

Mir ist klar, dass der folgende Entwurf eines Einspruchs gegen den vorauseilenden Gehorsam, die Idee der Linken mit ihren aktuellen Niederlagen gleich mit zu verschrotten, skizzenhaft ist und zum Teil wiederholt, was wir seit den frühen 1990ern diskutieren. Aber ein nicht unwichtiger Grund für den aktuellen Erfolg der Rechten ist, dass man selbstverständlicher Reaktionen wie der Skandalisierung von Rassismus mit der Zeit müde wird und keine Lust hat, immer wieder dasselbe zu denken und zu formulieren. Daher also nochmal: rechts und links.

Seit dem globalen Triumph der Rechten fragen sich die Linken, was sie tun sollen. Zwei Antworten scheinen sich dabei durchzusetzen, die beide falsch sind. Die eine lautet, man muss von den Rechten lernen, die andere, es gibt kein rechts und links mehr. Zur ersten gehören all ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Konflikte, Seite 58
von Diedrich Diederichsen

Weitere Beiträge
Deutschsprachige Erstaufführungen 2018/19

B
Mike Bartlett

Love Love Love (Bremer Shakespeare Company)
Wild (Theater Potsdam)
Annie Baker
The Aliens (Staatstheater Kassel)
Richard Bean
Utopia (Turbine Theater)
Jon Brittain
Rotterdam (Rabenhof Theater Wien)
Sarah Burgess
Dry Powder (Landestheater Salzburg)

C
Olivier Choinière

Die Domäne (Theater Regensburg)
Tim Crouch
An Oak Tree (Die Eiche) (Schauspiel Frankfurt)

D
Mike...

Der Geist der Macht

In einer möglichen Zukunft: Sieben Expeditionsteilnehmer*innen durchstreifen das längst verlassene Gebiet der alten Bundesrepublik und suchen in den Ruinen einer versunkenen Zeit nach Schätzen. In der alten Hauptstadt Bonn, am ehemaligen Kanzlerbungalow, wird die Routine der Expedition plötzlich gestört. 

Eine dunkle Energie beeinflusst das Verhalten der...

Ressourcen statt Identität

Der Begriff Leitkultur ist in meinen Augen kontaminiert, und ich bezweifle, dass er sich rehabilitieren lässt. Nicht nur laut «Wikipedia» führte ihn der Politologe Bassam Tibi 1996 in die deutsche Sprache ein. Er wollte eine europäische Leitkultur als «Quelle einer verbindlichen Wer­teorientierung» und eines «demokratischen, pluralistischen Interessenausgleichs»...