Pingpong der Peinlichkeiten

Juha Jokela «Mobile Horror»

Theater heute - Logo

Ein Stück über Handys und den ganzen Quatsch, den man für sie produzieren kann, das muss ja aus Finnland kommen. Schließlich hat dort Nokia quasi im Alleingang für einen Wirtschaftsboom gesorgt, und die Omnipräsenz der «mobiles» sorgte schon bei der Expo in Hannover dafür, dass man im finnischen Pavillon von einem Chor fiepsender Handys begrüßt wurde.

Der «Mobile Horror», um den es in dem Stück von Juha Jokela geht, ist aber nicht der alltägliche Horror der rundum lauthals geführten Privatgespräche, sondern der Horror vacui dreier New-Economy-Luftschlossbauer, die wiederum mit einem Game-Download-Angebot namens «Mobile Horror» das drohende Aus für ihre Jobs verhindern wollen.

Bei den Marotten, mit denen Jokela sein Personal ausgestattet hat, wirkt es fast wie ein Wunder, dass die Minifirma DacuTec zu Stückbeginn überhaupt noch existiert: Geschäftsführerin Terhi ist gerade erst nach halbjähriger Burn-Out-Pause zurückgekehrt und arbeitet nun an einem radikalen Wertewandel im Büroklima. Dass sie hierfür permanent auf Gandhi verweist, schafft aber eher Verwirrung. Denn ihr frustrierter Partner Seppo hat null Phantasie, dafür aber ständig eine Marktanalyse in Arbeit, und der jugendliche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2005
Rubrik: Chronik, Seite 38
von Andreas Jüttner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Verstörungen im Mittelmaß

Manche Menschen haben eine merkwürdige Vorstellung von Samaritertum. Ein Frau, der sowohl Mann wie Liebhaber im World Trade Center verstorben sind, fährt danach wahllos Menschen an, damit sie das Leben wieder schätzen lernen. Dagegen fällt der streunende Dichter, der streitende Paare und einsame Trinker mit Penetranz nötigt, sich von ihm ein Trostpoem verfassen zu...

Sechs Stunden Deutsch

Mehr Patriotismus!» wird jetzt allenthalben von uns verlangt, und es klingt, als sei unser gutes altes Abendland deutscher Nation schwer in der Defensive. Ringsum – und mittendrin – nichts als Parallelgesellschaften und Multikulti, ganz zu schweigen von der islamistischen, terroristischen, fundamentalistischen Bedrohung. Die Gesellschaft, heißt es von Seiten der...

Jenseits der Betroffenheit

Mathieu hätte gerne eine Freundin. Ein durchaus nachvollziehbarer und üblicherweise auch erfüllbarer Wunsch für einen jungen Mann. Doch so einfach ist das nicht in diesem Falle, denn Mathieu ist Zerebralparetiker. Die spastische Muskeltonusstörung fesselt ihn an den Rollstuhl, bereitet ihm Schwierigkeiten beim Sprechen und lässt seine Gliedmaßen unkontrolliert...