Pingpong der Peinlichkeiten
Ein Stück über Handys und den ganzen Quatsch, den man für sie produzieren kann, das muss ja aus Finnland kommen. Schließlich hat dort Nokia quasi im Alleingang für einen Wirtschaftsboom gesorgt, und die Omnipräsenz der «mobiles» sorgte schon bei der Expo in Hannover dafür, dass man im finnischen Pavillon von einem Chor fiepsender Handys begrüßt wurde.
Der «Mobile Horror», um den es in dem Stück von Juha Jokela geht, ist aber nicht der alltägliche Horror der rundum lauthals geführten Privatgespräche, sondern der Horror vacui dreier New-Economy-Luftschlossbauer, die wiederum mit einem Game-Download-Angebot namens «Mobile Horror» das drohende Aus für ihre Jobs verhindern wollen.
Bei den Marotten, mit denen Jokela sein Personal ausgestattet hat, wirkt es fast wie ein Wunder, dass die Minifirma DacuTec zu Stückbeginn überhaupt noch existiert: Geschäftsführerin Terhi ist gerade erst nach halbjähriger Burn-Out-Pause zurückgekehrt und arbeitet nun an einem radikalen Wertewandel im Büroklima. Dass sie hierfür permanent auf Gandhi verweist, schafft aber eher Verwirrung. Denn ihr frustrierter Partner Seppo hat null Phantasie, dafür aber ständig eine Marktanalyse in Arbeit, und der jugendliche ...
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Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei...
Karl Roßmann hat immer noch Probleme. Der Protagonist in «God Save America» von Biljana Srbljanovic heißt wie der Held aus Kafkas Romanfragment «Amerika», und die Namensgleichheit ist natürlich kein Zufall. Auch der neue Roßmann ist Europäer in Amerika, auch ihn wollen sie offensichtlich fertigmachen: Der Portier, der gegen Schmiergeld unangemeldet Besucher...
Mit dem Gerät zerkleinert der Jäger und Sammler zumeist Hühnchen. Der Kiefer ist schwach, das Handwerkzeug aber willig. Nun ist es allerdings nicht so, dass der Held in Fausto Paradivinos Erstling aus dem Jahr 1997 Kannibalisches im Sinn hat, wenn er gleich zu Beginn sagt, er werde die Leiche wohl mit einer Geflügelschere zerkleinern, dann eine Hälfte einfrieren...
