Laura Naumann, Sophia Schroth und Marielle Schava bzw. Henrike Iglesias zeigen «Erotische Außenreinigung Ihres PKW ohne Trocknung oder: Car Wash». Foto: Paula Reissig/Performing Art Festival 2017

Performing what?

Das zweite Performing Arts Festival rahmt die Vielfalt der Berliner Freien Szene und ihrer Spielstätten

Theater heute - Logo

Seit dem Amtsantritt des neuen Kultursenators Klaus Lederer wartete die Berliner Kulturlandschaft gespannt darauf, welche praktischen Konsequenzen das politische und verbale Bekenntnis zur Relevanz von Kultur zeitigen würde. Auch die in politischen wie medialen Zusammenhängen gemeinhin unterrepräsentierte Freie Szene durfte auf positive Veränderungen im Rahmen ihres prekären Gesamtzustands hoffen.

Nachdem im Mai der Bundesetat für den Hauptstadtkulturfonds bereits von 10 auf 15 Millionen Euro erhöht wurde, verabschiedete der Senat im Juli dann tatsächlich seinen Doppelhaushalt mit ca. 52 Mio. Euro mehr für Kulturausgaben in 2018 (67 Millionen in 2019), davon 6,5 Mio. Euro für die Freie Szene, inklusive rund 4 Mio. Euro für innovative Veranstaltungsreihen und Festivals – Krisenstimmung sieht anders aus.

Mit der Wahl der «Alten Münze» in der Berliner Mitte als Festivalzentrum – derzeit Berlins begehrteste und umstrittenste «Kulturstandort»-Immobilie – bewies der Landesverband freie darstellende Künste Berlin (LAFT) als Festival-Träger außerdem strategisches Geschick im Lie­genschafts-Poker der Berliner Stadt-Kultur-Entwicklung. Schließlich hat sich unlängst aus dem Lobbyistenkreis ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert

Weitere Beiträge
Oh baby, it’s a white world

Von 2015 bis 2017 arbeitete ich als Regie-Assistent*in an den Münchner Kammerspielen. In dieser Funktion begleitete ich Proben, führte Regiebücher, machte die Abendspielleitung und vieles mehr. Zu der Zeit war ich wahrscheinlich eine von drei Schwarzen Mitarbeiter*innen an einem Haus mit einer Belegschaft von ca. 330 Personen. Auf zahlreichen Proben reifte in mir...

Das Drama der Identität

Der Abend beginnt als Spektakel, als barock anmutendes Theater, das Zirkus, Jahrmarkt, Variété, Maschinentheater und Popkonzert beerbt ­– und mit alledem natürlich auch die Performance Art; und dies, obwohl es sich zunächst einmal um eine Inszenierung handelt, die auf einem Text basiert. «The Blind Poet», 2015 im Rahmen des Brüsseler Kunstenfestival des arts...

Die spinnen, die Belgier

Am 27. und 28. Juni 2015 schrieb Jan Fabre Theatergeschichte. Damals brachte der belgische Allroundkünstler beim Berliner Festival Foreign Affairs die 24-stündige Performance «Mount Olympus» zur Uraufführung (TH 6 und 8-9/15), in der er fast alle griechischen Tragödien auf einmal inszenierte, um so die in die Jahre gekommene Katharsis neu zu beleben. Die...